Studie: Jeder Dritte mit seinem Job unzufrieden

Berlin - Jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland ist mit seinem Job unzufrieden. Dem am Dienstag veröffentlichten DGB-Index “Gute Arbeit“ 2010 zufolge, stufen 33 Prozent der Befragten den eigenen Arbeitsplatz als “mangelhaft“ ein.

Lediglich 15 Prozent empfinden die Arbeit als nicht belastend. Etwa jeder Zweite (52 Prozent) beschrieb seinen Job als mittelmäßig. Als Gründe werden vor allem das unzureichende Einkommen oder berufliche Unsicherheit genannt. DGB-Chef Michael Sommer verwies in Berlin darauf, dass sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr nur minimal verbessert habe, der Gute-Arbeit-Index legte um einen Punkt von 58 auf 59 Punkte zu. Das Ergebnis der Studie sei “keine Katastrophe, aber wahrlich nicht berauschend“, sagte Sommer. 2009 hatten zwölf Prozent der Arbeitnehmer laut Index eine “gute Arbeit“, 33 Prozent eine “schlechte Arbeit“ und 55 Prozent eine “mittelmäßige Arbeit“. Ausgewertet wurden in diesem Jahr die Daten von 4.150 Befragten.

Vor allem die prekär Beschäftigten - also Vollzeit Beschäftigte mit einem Einkommen bis maximal 2000 Euro brutto, die befristet angestellt oder in Leiharbeit sind - leiden offenbar unter ihren Arbeitsbedingungen: 51 Prozent beschreiben sie als schlecht und nur 8 Prozent als gut. Beinahe jeder fünfte Arbeitnehmer (19,6 Prozent) mit Vollzeitjob verdient der Studie zufolge weniger als 1500 Euro brutto im Monat. Weitere 16,6 Prozent beziehen ein Einkommen zwischen 1.500 und 2.000 Euro. Betroffen sind mehr Frauen als Männer.

Mit dem branchenübergreifenden Gute-Arbeit-Index erhebt der DGB seit 2007 jährlich die Zufriedenheit der Beschäftigten in Deutschland mit ihren Arbeitsbedingungen. Auf einer Skala von 1 bis 100 erhalten Werte von mindestens 80 Punkten das Prädikat “Gute Arbeit“. Einbezogen werden neben dem Einkommen unter anderem Faktoren wie Betriebskultur, Arbeitszeiten, Aufstiegschancen sowie psychische und körperliche Anforderungen.

dapd

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