Studie: 200 000 Jobs gehen 2006 verloren

- München - Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt auch im nächsten Jahr sehr angespannt. Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg rechnen für 2006 mit einer durchschnittlichen Arbeitslosigkeit von 4,82 Millionen. Das wären 60 000 weniger als 2005. Allerdings erwarten die IAB-Experten, dass rund 200 000 sozialversicherungspflichtige Jobs verloren gehen. Im laufenden Jahr waren es sogar 350 000.

"An der Gesamtsituation am deutschen Arbeitsmarkt wird sich im Jahr 2006 somit grundlegend nichts ändern", so die ernüchternde Bilanz der Nürnberger Forscher. Einen Zuwachs an Beschäftigung erwarten sie nur bei Selbstständigen und geringfügig Beschäftigten. Die IAB-Schätzung basiert auf einem Wirtschaftswachstum von 1,25 Prozent für das Jahr 2006.

Etwas positiver beurteilen Volkswirte deutscher Großbanken die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt: "Die Talsohle ist erreicht", sagte Bernd Weidensteiner von der DZ-Bank. "Von Frühling kann aber noch nicht gesprochen werden." Stephan Bielmeier von der Deutschen Bank sieht dagegen "eine leichte Verbesserung des negativen Trends". So sei die Zahl der offenen Stellen gestiegen. Außerdem habe sich die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen verbessert.

Für November rechnen die Bankexperten mit einem moderaten saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Ihre Prognosen schwanken zwischen 10 000 und 40 000. Damit bliebe die Zahl der Erwerbslosen weiterhin unter der Marke von 4,6 Millionen. Anfang des Jahres hatte der saisonbereinigte Arbeitsmarktindikator noch bei 4,93 Millionen gelegen. Die offiziellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden heute bekannt gegeben.

Kanzlerin Angela Merkel hatte stets betont, dass die Große Koalition am erfolgreichen Kampf gegen die Arbeitslosigkeit gemessen werde. Die Mehrheit der Deutschen hat allerdings keine großen Erwartungen an die neue Regierung: 79 Prozent der Befragten glauben nicht, dass Schwarz-Rot die Arbeitslosigkeit deutlich senken werde, ergab eine Forsa-Umfrage.

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