Studie der Sparkasse

Mittelstand spart statt zu investieren

Berlin - Die Kapitaldecke des Mittelstands wird immer größer. Das ist eigentlich eine gute Nachricht. Es gibt aber auch eine andere Seite der Medaille.

Der deutsche Mittelstand baut ein immer dickeres Kapitalpolster auf und investiert weiterhin wenig. Das ist Ergebnis der Sparkassenstudie „Diagnose Mittelstand 2015“, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Georg Fahrenschon, sprach in Berlin von einer „extremen Zurückhaltung“ der Unternehmen bei Investitionen und warnte: „Wer heute nicht investiert, läuft morgen Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten.“

Die Eigenkapitalquote des Mittelstands lag der Studie zufolge im Jahr 2013 im Mittel auf dem Rekordstand von 22,3 Prozent nach 19,7 Prozent im Jahr zuvor. Dieser Trend habe sich im vergangenen Jahr fortgesetzt, sagte DSGV-Chefvolkswirt Michael Wolgast.

Für die Untersuchung wurden mehr als 250 000 Bilanzen des Jahr 2013 von Unternehmen ausgewertet, die Sparkassenkunden sind. Außerdem befragte der DSGV im vorigen Oktober die Firmenkundenexperten der Sparkassen. Demnach riefen 45,8 Prozent der Firmenkunden weniger Investitionsmittel ab als ein Jahr zuvor, lediglich 15,7 Prozent mehr und 38,5 Prozent gleich viel.

Fahrenschon erklärte die niedrige Investitionsbereitschaft mit der großen Unsicherheit wegen der kritischen Lage im Ukraine-Russland-Konflikt und im Nahen Osten. Zugleich bekräftigte er die ablehnende Haltung der Sparkassen zu den Plänen der Europäischen Zentralbank (EZB), Staatsanleihen aufzukaufen. „Niedrige Zinsen und immer mehr billiges Geld können keinen Investitionsaufschwung bewirken“, weder in den südlichen Ländern der Euro-Zone noch in Deutschland, stellte er fest.

dpa

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