Studie: Patienten fühlen sich schlecht informiert

München - Viele Patienten in Bayern fühlen sich im Gesundheitssystem verloren und von ihren Ärzten schlecht informiert. Das geht aus einer Umfrage hervor.

Rund ein Viertel der Befragten sah sich nicht in der Lage, sich im Krankheitsfall alle wichtigen Informationen für die Behandlung zu beschaffen. Für die Studie hatte Forsa im Juli 1004 privat und gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren in Bayern befragt. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, besser in ärztliche Entscheidungen eingebunden werden zu wollen.

Das führt nach Angaben der Techniker-Krankenkasse, die die Studie in Auftrag gab, auch dazu, dass jeder Dritte Medikamente nicht immer so einnimmt wie Arzt oder Apotheker es empfehlen, weil das Verständnis für die Behandlung fehlt. Besonders nachlässig sind nach Regionalauswertung in diesem Punkt die Oberbayern. Rund die Hälfte der Befragten (47 Prozent) gab an, die Empfehlungen zu vernachlässigen.

Nicht über Nebenwirkungen informiert

In Oberfranken lag der Anteil nur bei 22 Prozent. 37 Prozent der bayerischen Patienten gaben an, von ihrem Arzt im Krankenhaus oder in der Praxis nicht über Nebenwirkungen von Medikamenten oder alternative Behandlungen informiert zu werden. 77 Prozent trauen sich aber nicht, selbstständig nachzufragen. “Hier haben die Ärzte eine große Verpflichtung, diese Defizite auszugleichen“, sagte der Leiter der TK-Landesvertretung Bayern, Christian Bredl.

“Aus unserer Sicht ist dafür genug Geld im Gesundheitssystem vorhanden.“ Nur rund 16 Prozent der befragten Patienten sagten indes, ihr Arzt verwende zu viele Fachbegriffe. 13 Prozent fühlten sich als Gesprächspartner nicht ernst genommen. “Ich bin der Meinung, dass die Patienten dringend mit einbezogen werden müssen und denke, dass die Hausärzte das in der Regel auch tun“, betonte der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, Wolfgang Hoppenthaller, mit Bezug auf die Ergebnisse.

“Es gibt auch bei uns Zeiten der Hektik und wenn immer mehr Praxen schließen, dann werden die auch zunehmen. Aber im normalen Praxisablauf bemühen wir uns schon, jeder Frage des Patienten gerecht zu werden.“

dpa

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