Reiche verstecken 21 Billionen in Steueroasen

New York - Es ist eine Zahl mit zwölf Nullen: Mindestens 21 Billionen Dollar oder umgerechnet 17 Billionen Euro sollen Superreiche weltweit in Steueroasen versteckt haben, um dem Fiskus zu entgehen.

 Das ist das Ergebnis einer Studie des in Großbritannien sitzenden “Tax Justice Network“, einer internationalen Vereinigung, die sich die Steuergerechtigkeit auf ihre Fahnen geschrieben hat.

Die Summe entspreche dem Bruttoinlandsprodukt der USA und Japans - und zwar zusammengenommen, erklärte die Organisation am Sonntag. Nach ihren Schätzungen könnten die Reichen sogar bis zu 32 Billionen Dollar verstecken. Selbst dabei handele sich noch um eine “konservative Zahl“, in der Häuser, Jachten oder andere Vermögenswerte noch gar nicht eingerechnet seien.

Hinter der Studie steckt nach einer Mitteilung der Organisation der ehemalige Chefvolkswirt der Unternehmensberatung McKinsey James Henry. Er stützt sich auf Daten der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds, der Vereinten Nationen, der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sowie von Zentralbanken und Finanzministerien einzelner Länder.

Den Angaben zufolge entgehen den Staaten durch die versteckten Gelder jährliche Steuereinnahmen zwischen 190 Milliarden und 280 Milliarden Dollar. Henry sprach von einem “großen schwarzen Loch in der Weltwirtschaft“. Das gigantische Vermögen verteilt sich nach seinen Ausführungen auf weniger als 10 Millionen Menschen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Griechenland meldet kräftigen Primärüberschuss
Athen (dpa) - Griechenland hat im ersten Quartal 2017 einen Primärüberschuss von 1,7 Milliarden Euro erzielt und damit das von den Gläubigern gesetzte Ziel in Höhe von …
Griechenland meldet kräftigen Primärüberschuss
Dax kommt nicht in Schwung
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat sich nur wenig von der Stelle bewegt. Am Nachmittag notierte der deutsche Leitindex 0,12 Prozent tiefer bei 12 643,75 Punkten. Damit …
Dax kommt nicht in Schwung
Fit für den Alltag? Die Elektromobilität und ihre Tücken
Holzkirchen - Der Staat würde gerne mehr E-Autos auf den Straßen sehen, doch trotz Kaufprämie ist das Interesse schwach. Noch ist die Technologie teuer, bietet geringe …
Fit für den Alltag? Die Elektromobilität und ihre Tücken
Gabriel: China wird gefürchtete E-Auto-Quote entschärfen
Seit Monaten zittern deutsche Autobauer vor einer geplanten Produktionsquote von Elektroautos in China. Laut Außenminister Gabriel können die Hersteller aufatmen. Die …
Gabriel: China wird gefürchtete E-Auto-Quote entschärfen

Kommentare