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Reiche könnten einfach in der Sonne liegen und ihren Wohlstand genießt. In Wahrheit arbeiten die meisten als Unternehmer oder Selbstständige mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung. 

Studie über Vermögen

Woher der Reichtum der Deutschen kommt

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München - Die meisten Reichen in Deutschland (40 Prozent) verdanken ihren Wohlstand ihrem Unternehmergeist. 35 Prozent haben geerbt, nur 10 Prozent erwarben ihr Vermögen durch abhängige Beschäftigung.

Nun ist es wissenschaftlich erwiesen: Man kann durch Arbeit reich werden. Das ergab ein Forschungsprojekt der Universität Potsdam und des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zu Hochvermögenden in Deutschland. Die Chance ist aber gering: Neun Prozent der Männer und zwölf Prozent der Frauen, die einem Haushalt vorstehen, der hochvermögend ist – man könnte auch reich sagen –, sehen eine abhängige Erwerbstätigkeit als Hauptquelle des Wohlstands.

Als hochvermögend gelten Haushalte mit einem Nettogeldvermögen von mindestens einer Million Euro. Betonung auf Geld: Neben dem Bargeld und dem Ersparten gehören dazu Forderungen. Nichts mit dem Geldvermögen zu tun haben Immobilien- und Betriebsvermögen oder auch wertvolle Sammlungen. Das alles kommt noch obendrauf.

Zu den durchschnittlich 1,166 Millionen Euro Geldvermögen summieren sich ebenfalls statistisch 1,151 Millionen Immobilienvermögen und 610 000 Euro Betriebsvermögen. Rechnet man das restliche Vermögen dazu und zieht die Schulden ab, verfügt der reiche Durchschnittshaushalt unter dem Strich über 2,916 Millionen Euro.

Woher kommt das alles? Wie ausgeführt nur selten durch Lohnarbeit. Auch Immobilien sind bei nur zwei Prozent die Hauptquelle von Reichtum. Ein bisschen erfolgversprechender sind Finanzgeschäfte. Fünf Prozent der Reichen hatten hier das entscheidende geschickte Händchen.

Insgesamt 40 Prozent der Reichen sind als Selbstständige oder Unternehmer geworden, was sie jetzt sind. Bei den Männern sogar 44 Prozent, bei den Frauen 33. Auch Erbschaften oder Schenkungen machen Männer eher reich als Frauen (38 Prozent zu 27 Prozent). Dafür haben Frauen eher die Chance, durch Heirat reich zu werden.

Dabei wurde nach dem Hauptgrund gefragt. Es gibt aber auch Menschen, die geerbt haben, als Unternehmer erfolgreich sind, durch Geschäfte mit Immobilien und Spekulation ihr Vermögen weiter mehren, und am Schluss durch eine standesgemäße Heirat optimieren.

Ein Grund, sich auf die faule Haut zu legen, ist Reichtum übrigens nicht: Die durchschnittliche Arbeitszeit der Hochvermögenden beträgt 48 Stunden in der Woche. Das liegt vor allem daran, dass 42 Prozent selbstständig sind und nur 22 Prozent abhängig beschäftigt (37 Prozent sind im Ruhestand oder Privatiers). In der Gesamtbevölkerung sind sieben Prozent selbstständig und 58 Prozent abhängig beschäftigt.

Im Sprichwort macht Geld allein nicht glücklich. In der Praxis hilft es aber doch sehr, es zu werden: 17 Prozent der Reichen sind mit ihrem Leben ganz und gar zufrieden. Im Durchschnitt der Bevölkerung sind es fünf Prozent. Einigen aber hat der Reichtum nicht gutgetan. Zwei Prozent sind kreuzunglücklich. Bei der Gesamtbevölkerung leidet nur ein verschwindend kleiner Anteil so sehr am Leben. Statistisch ergeben sich dafür null Prozent.

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