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Die schnelle Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ist Aufgabe und Ziel des Bundesagentur für Arbeit (BA). Auf unserem Bild spricht BA-Arbeitsvermittler Habib Hammo (r.) mit zwei jungen Männern aus Syrien.

Studie

Wie Flüchtlinge den Arbeitsmarkt verändern

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München - Der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Deutschland steigt. Dabei wächst vor allem die Zahl der Flüchtlinge. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat untersucht, woher die Menschen kommen, welche Qualifikation sie mitbringen und wie sich das auf den Arbeitsmarkt auswirkt.

In Deutschland leben immer mehr Menschen ohne deutschen Pass. Gut 8,6 Millionen sind es aktuell laut Ausländerzentralregister – und die Zahlen steigen weiter. „Die ausländische Bevölkerung ist in den ersten acht Monaten des Jahres 2015 um 488 000 Personen gewachsen. Hinzu kommen Flüchtlinge, die noch nicht erfasst wurden“, heißt es in einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die gestern veröffentlicht wurde. So hat etwa das EASY-System (Erstverteilung von Asylbegehrenden) in den ersten acht Monaten des Jahres 414 000 neu eingereiste Flüchtlinge erfasst. Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wurden im gleichen Zeitraum 231 000 Asylanträge registriert.

Studie geht von Anstieg der Arbeitslosigkeit aus

Die Autoren der IAB-Studie haben vor dem Hintergrund der vielen Flüchtlinge, die aktuell nach Deutschland kommen, die Auswirkungen der Zuwanderung auf den Arbeitsmarkt untersucht. Ihr Fazit: Die Herkunftsländer der Menschen, die nach Deutschland kommen, verändern sich. Auch die schulische und berufliche Qualifikation der Zuwanderer ist eine andere als in den zurückliegenden Jahren. Die Folge: Das IAB schätzt, dass bei einem Zuzug von jeweils einer Million Flüchtlingen in diesem und im kommenden Jahr die Zahl der Arbeitslosen für 2016 um 130 000 steigen wird. Langfristig bestehe jedoch aufgrund des geringen Durchschnittsalters und der guten Schulbildung der Flüchtlinge ein „erhebliches Qualifizierungspotenzial“, schreiben die Autoren. Der Arbeitsmarkt könnte am Ende also profitieren.

Doch im Detail: Das IAB geht davon aus, dass 2015 mindestens die Hälfte, möglicherweise zwei Drittel der Zuwanderer aus Asylherkunftsländern stammen. Allein im vergangenen August kamen laut Studie 76 Prozent der neu erfassten Flüchtlinge aus Kriegs- und Bürgerkriegsländern – davon 44 Prozent aus Syrien. Der Anteil der Staatsbürger aus den Balkanstaaten sei dagegen auf 12 Prozent gefallen.

Demgegenüber steht ein Rückgang der in Deutschland lebenden Südeuropäer. In den ersten acht Monaten des Jahres sank die Zahl der Menschen aus Griechenland, Italien, Portugal und Spanien um 18 Prozent.

Die Qualifikationsstruktur verändert sich

Mit dieser Verschiebung verändere sich auch die Qualifikationsstruktur der Neuzuwanderer, heißt es beim IAB. Während in den zurückliegenden Jahren der Anteil von Hochschulabsolventen hoch war, sprechen die bisher vorliegenden Daten dafür, dass die Flüchtlinge deutlich schlechter als andere Migrantengruppen qualifiziert sind. Allerdings sei das schulische Bildungsniveau der Flüchtlinge höher als das berufliche, heißt es in der Studie. Dazu komme das geringe Durchschnittsalter: 55 Prozent der Flüchtlinge sind unter 25 Jahre. Das künftige Fachkräftepotenzial hänge deshalb stark von den Investitionen in Bildung und Ausbildung ab.

Welche Aspekte positiv stimmen

Positiv stimmt die Autoren der Studie auch ein Blick in die Vergangenheit: Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Beschäftigungsquote von Flüchtlingen von unter zehn Prozent im Zuzugsjahr fünf Jahre später auf knapp 50 Prozent, nach zehn Jahren auf 60 Prozent und nach 15 Jahren auf 70 Prozent steige.

Von einem Verdrängungeffekten von Deutschen oder anderen Ausländern auf dem Arbeitsmarkt gehen die Autoren indes nicht aus. Dazu sei die Ausweitung des Erwerbspersonenpotenzials zu gering, zudem entstehe durch die Konzentration auf bestimmte Branchen kein Wettbewerbsdruck zu deutschen Arbeitnehmern. Ein Beispiel: „Jeder vierte Beschäftigte aus Kriegs- und Krisenländern arbeitet in Deutschland im Hotel- und Gaststättengewerbe“, erläutert Andreas Hauptmann, einer der Autoren der Studie. Zum Vergleich: Insgesamt arbeiten lediglich vier Prozent der Beschäftigten in Deutschland im Hotel- und Gaststättengewerbe. Die Branche hat großen Fachkräftebedarf.

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