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Für die Studie hat die Stiftung repräsentativ 1000 Erwerbstätige befragt. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv

Fatal für Gesundheit

Studie zu Stress und Druck am Arbeitsplatz

Gütersloh - Die Bertelsmann-Stiftung veröffentlicht eine Studie zu Stress am Arbeitsplatz. Das Ergebnis: Wegen hohen Drucks gehen viele Beschäftigte fahrlässig mit ihrer Gesundheit um.

Der Studie zufolge legt ein Viertel der repräsentativ befragten Vollzeit-Beschäftigen ein zu hohes Arbeitstempo vor. Langfristig, so die Interviewten, sei das nicht durchzuhalten. 18 Prozent stoßen oft an ihre Leistungsgrenzen, 23 Prozent machen keine Pausen. Jeder Achte kommt sogar krank zur Arbeit. Damit wachse bei vielen die Gefahr, die eigene Gesundheit zu gefährden, so das Ergebnis der Studie.

42 Prozent beklagten, dass das Arbeitsumfeld durch die Erwartung an steigende Leistungsziele geprägt werde. Jeder Dritte weiß nicht mehr, wie er den Ansprüchen gerecht werden soll. Werden zu hohe Ziele dennoch erreicht, gelten diese sofort als neuer Maßstab.

Aus diesem Teufelskreis gebe es kein Entkommen, glaubt jeder zweite Arbeitnehmer. 51 Prozent der Befragten geben an, keinen oder nur geringen Einfluss auf ihre Arbeitsmenge zu haben. Über 40 Prozent sagen das auch über ihre Arbeitsziele.

Für Brigitte Mohn vom Vorstand der Bertelsmann-Stiftung müssen die Unternehmen eingreifen. „Das Management kann die Leistungskultur maßgeblich beeinflussen und durch realistische Arbeitsziele ein gesünderes Arbeitsumfeld schaffen“, sagte Mohn laut Mitteilung. Die Bertelsmann-Stiftung hatte die Studie zusammen mit der gesetzlichen Krankenkasse Barmer GEK in Auftrag gegeben.

Um das selbstgefährdende Verhalten der Beschäftigten zu reduzieren, schlagen die Autoren der Studie regelmäßig verbindliche und realistische Zielvereinbarungsgespräche mit dem Arbeitgeber vor. Die vereinbarten Ziele müssten innerhalb der vertraglichen Arbeitszeit erreichbar sein, so Anja Chevalier von der Sporthochschule Köln. Besonders wichtig sei, dass Arbeitnehmer ein Gefühl für die eigenen Grenzen entwickeln, damit sie ihr Leistungspotenzial auch langfristig optimal ausschöpfen könnten, sagte Gert Kaluza vom GMK-Institut für Gesundheitspsychologie in Marburg.

„Die Studie belegt einen gefährlichen Trend, der durch die Digitalisierung der Arbeitswelt beschleunigt wird. Das Versprechen neuer Freiheiten verkehrt sich ins Gegenteil, wenn nur noch Ergebnisse zählen und unerreichbare Zieldiktate vorgegeben werden“, sagte Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied. Arbeitsverdichtung, Arbeitshetze und Entgrenzung dürften aber nicht unter dem Deckmantel einer Pseudo-Freiheit zum Markenzeichen moderner Arbeit werden. „Wichtig ist, dass das Verhältnis von Arbeitszeit und Arbeitsleistung wieder ins Lot kommt, damit Arbeitszeit nicht entwertet wird.“ Dafür sei mehr Mitsprache und Mitbestimmung der Beschäftigten notwendig.

dpa

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