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Der Anteil von Managerinnen in den Aufsichtsräten deutscher Top-Konzerne ist Studien zufolge gestiegen. Foto: Tim Brakemeier

Mehr Frauen in Aufsichtsräten seit Einführung der Quote

Lange wurde um eine gesetzliche Frauenquote gerungen. In den Aufsichtsräten deutscher Topkonzerne hat sich seit ihrer Einführung einiges getan. Managerinnen ganz an der Spitze sind allerdings immer noch die Ausnahme.

Berlin (dpa) - Die Einführung der gesetzlichen Frauenquote zeigt erste Folgen. Der Anteil von Managerinnen in den Aufsichtsräten deutscher Top-Konzerne ist Studien zufolge gestiegen.

Bei den 30 Dax-Konzernen überschritt er nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) insgesamt erstmals die 30-Prozent-Marke. Die Quote stieg von 26,8 auf 30,2 Prozent Anfang Juni, wie das DIW am Freitag in Berlin mitteilte. In den Vorstandsetagen, für die die Regelung nicht gilt, stagnierte der Frauenanteil dagegen.

Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig (SPD) begrüßte das Ergebnis der DIW-Studie: "Das neue Gesetz wirkt", sagte sie. Im Sommer werde sie zusammen mit Bundesjustizminister Heiko Maas die Zahlen für alle börsennotierten Unternehmen vorstellen.

Auch die Personalberatungen Heidrick und Struggles sowie Russell Reynolds Associates kommen zu dem Ergebnis, dass mehr Frauen in Aufsichtsräten sitzen. Christine Stimpel, Partnerin bei Heidrick und Struggles kritisierte allerdings: "Wir sehen bislang in noch keinem Unternehmen den Willen, mehr zu tun als das vom Gesetzgeber geforderte Minimum an weiblichen Aufsichtsräten zu erfüllen".

Nachdem die Quote nahezu erfüllt sei, "muss jetzt dringend die Kür erfolgen", forderte Stimpel. Ein Ansatz wäre die Wahl von Frauen an die Spitze der Kontrollgremien. Ausnahme im Dax ist bisher Henkel mit Simone Bagel-Trah als Aufsichtsratschefin.

Das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe in Führungspositionen verpflichtet 101 börsennotierte, voll mitbestimmungspflichtige Unternehmen seit Anfang 2016 bei Neubesetzungen im Aufsichtsrat sicherzustellen, dass mindestens 30 Prozent der Posten von Frauen besetzt werden. Wird dieser Anteil nicht erreicht, bleiben die Stühle unbesetzt.

Dem DIW zufolge erfüllen 18 der 30 Börsenschwergewichte die gesetzliche Quote. Die meisten anderen stünden kurz davor. In allen Dax-Konzernen säßen inzwischen mindestens zwei Frauen in dem Kontrollgremium. Die Kapitalseite habe deutlich aufgestockt und inzwischen mit der Arbeitnehmerseite gleichgezogen.

Die höchsten Frauenanteile haben danach die Deutsche Börse (41,7 Prozent) und mit jeweils 40 Prozent die Telekom, die Post und der Versicherungsriese Munich Re. Die geringsten Frauenanteil im Aufsichtsrat gibt es den Angaben zufolge mit 15 Prozent bei Volkswagen und bei HeidelbergCement (knapp 16,7 Prozent).

Deutlich anders sieht es in den Vorstandsetagen der Dax-Konzerne aus. Hier stagniert dem DIW zufolge der Frauenanteil bei unter einem Zehntel. Die Zahl der weiblichen Vorstände sei mit 19 seit Jahresbeginn unverändert geblieben.

Nicht weitergekommen sind die Topkonzerne der Personalberatung Russell Reynolds Associates zufolge bei der Internationalität der Aufsichtsgremien. Der Anteil nicht-deutscher Kontrolleure sank demnach im vergangenen Jahr um einen Prozentpunkt auf 27 Prozent. "Das Thema Diversity darf bei der Besetzung von Aufsichtsratsposten nicht als das reine Erfüllen der gesetzlichen Frauenquote fehlinterpretiert werden. Mindestens ebenso wichtig sind die kulturelle Vielfalt und das Einbinden der internationalen Perspektive", erklärte Jens-Thomas Pietralla von Russell Reynolds Associates.

DIW-Mitteilung

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