24 Stunden offen: Großmarkt macht Kasse

- Ingolstadt (ap) - Mit Öffnungszeiten rund um die Uhr hat das Ingolstädter Marktkauf-Warenhaus während der WM die Kasse klingeln lassen. "Unsere Erwartungen sind weit übertroffen worden. Wir haben nicht damit gerechnet, dass so viele Kunden spät abends und auch noch nachts einkaufen", sagte Filialleiter Thomas Jürgens.

Vier Wochen lang hatte das SB-Warenhaus von Montag 0 Uhr bis Samstag 24 Uhr durchgehend auf. Zwischen 20 Uhr und Mitternacht habe man doppelt so viel Umsatz gemacht wie mittags zwischen 12 und 15 Uhr. Die Hälfte der 21 Kassen sei gelaufen, in jeder Nachtschicht seien durchschnittlich 3000 Kunden gekommen, sagte Jürgens. Nach Mitternacht sei es deutlich ruhiger geworden, aber schon vor 6 Uhr sei das Geschäft wieder deutlich angestiegen.

Besonders stark habe der Umsatz mit Getränken, Chips, Tabak und Süßigkeiten zugelegt. "Aber wir haben nachts auch Wäschetrockner verkauft", sagte Jürgens. Je später es wurde, desto jünger sei das Publikum geworden. Aber auch sehr viele Schichtarbeiter hätten die Öffnung rund um die Uhr genutzt und ihn aufgefordert, das beizubehalten. Die Kundschaft des 10 000 Quadratmeter großen Warenhauses, das an einer wichtigen Straßenkreuzung außerhalb der Innenstadt liegt, sei aus einem Radius von etwa 30 Kilometern gekommen.

Die Gewerkschaft Verdi habe das Experiment am Anfang abgelehnt. Aber die Belegschaft sei zufrieden, "es haben sich mehr Freiwillige gemeldet, als wir einsetzen konnten, und wir haben vorübergehend zehn neue Arbeitsplätze geschaffen", sagte der Filialleiter. Zwischen

20 und 6 Uhr habe der Arbeitgeber 50 Prozent Zuschlag bezahlt.

"Wir überlegen jetzt, ob wir ab September oder Oktober auf Dauer ab 6 Uhr öffnen", sagte Jürgens. Wenn Bayern das Ladenschlussgesetz lockere, wolle er seinen Marktkauf vielleicht auch bis 22 oder 24 Uhr öffnen.

Weniger gute Erfahrungen hat dagegen die Ludwigs-Apotheke nahe dem Münchner Marienplatz gemacht. Auch sie hatte während der WM rund um die Uhr geöffnet - "wirtschaftlich hat sich das nicht gelohnt", sagte Apothekerin Sylvia Balbach. Bis Mitternacht "war gut was los", aber anschließend seien die wenigen Kunden eher zufällig vorbeigekommen.

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