Sturmwarnung vor Hauptversammlung

- Frankfurt - Unter dem Druck des Mannesmann-Prozesses und der beispiellosen Pannen beim Postbank-Börsengang muss sich Deutsche-Bank-Vorstandssprecher Josef Ackermann am heutigen Mittwoch auf eine turbulente Hauptversammlung einstellen. Ackermann hat mit Vorwürfen zu rechnen, das Image des größten deutschen Finanzhauses durch seine Rolle als Angeklagter in dem Wirtschaftsprozess und die Pannenserie im Zusammenhang mit dem Börsengang der Postbank ramponiert zu haben.

Die Deutsche Bank ist einer von zwei Konsortialführern des Börsengangs, gleichzeitig wurde auch über ein Kaufangebot für die Postbank diskutiert. Über deren angebliche Bewertung sickerten Ende vergangener Woche Interna aus der Deutschen Bank an die Öffentlichkeit. Aktionärsschützer kündigten eine "heftige Diskussion" auf der Hauptversammlung an. Die sehr guten Geschäftszahlen der Deutschen Bank für das abgelaufene Geschäftsjahr und das erste Quartal 2004 dürften dabei in den Hintergrund treten.<BR><BR>Mit mehreren Gegenanträgen wollen Aktionäre die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat verhindern. Die Beschwerden reichen von Kritik an Ackermanns Jahresgehalt von 11,1 Millionen Euro bis zu Anschuldigungen des Wirtschaftswissenschaftlers und "Vorstandsschrecks" Ekkehard Wenger, die Deutsche Bank habe als Großaktionär von Daimler-Chrysler das Management des Autokonzerns nicht unter Kontrolle. Ein Abstimmungserfolg für die Antragsteller gilt jedoch angesichts der Eigentümerstruktur als ausgeschlossen.<BR><BR>Im Blickpunkt der Aktionärskritik dürfte auch der Aufsichtsratsvorsitzende Rolf Breuer stehen. Der Unternehmer Leo Kirch prozessiert nach dem Zusammenbruch seines Medienkonzerns gegen die Deutsche Bank und ihren Ex-Vorstandssprecher, weil dieser sich 2002 öffentlich negativ über die Kreditwürdigkeit von Kirchs Unternehmensgruppe geäußert hatte. Breuers Äußerungen traten damals eine Lawine los. Auch in den USA ist eine Klage anhängig.<BR><BR>

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