Ministerpräsident Sellering tritt von allen Ämtern zurück

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Suche nach Hartz-Nachfolger schwierig

- Wolfsburg - Auch nach dem Spitzengespräch von IG-Metall-Chef Jürgen Peters mit Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) ist ein Nachfolger für VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz nicht in Sicht. Der 63-Jährige war im Sog der Korruptionsaffäre bei Europas größtem Autobauer zurückgetreten. Unterdessen dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig an. "Wir stehen noch am Anfang", erklärte am Dienstag ein Sprecher der Justizbehörde.

Der Prüfungsausschuss des VW-Aufsichtsrates berät nach dpa-Informationen am kommenden Montag einen ersten Zwischenbericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG über die Affäre.Peters und Wulff hatten sich am Montagabend an einem geheim gehaltenen Ort zu einem rund dreistündigen Gespräch getroffen. Über die Inhalte sei Vertraulichkeit vereinbart worden, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei in Hannover. Das Land Niedersachsen ist größter Einzelaktionär von Volkswagen. Beobachter gehen davon aus, dass es weitere Vier-Augen-Gespräche geben wird.Medienberichte, wonach der Arbeitsdirektor von ThyssenKrupp, Ralph Labonte, einer der Favoriten sei, wurden dementiert. "Herr Labonte steht für diese Position nicht zur Verfügung", sagte ThyssenKrupp-Sprecher Klaus Pepperhoff in Düsseldorf. Die Absage für eine mögliche Hartz-Nachfolge sei auch mit Herrn Labonte abgestimmt. Experten gehen davon aus, dass sich die Suche nach einem geeigneten Kandidaten noch länger hinziehen wird.Das Präsidium des VW-Aufsichtsrats hatte am vergangenen Mittwoch die Annahme des Rücktrittsangebots von Hartz empfohlen. Die endgültige Entscheidung fällt der komplette Aufsichtsrat, der regulär erst im September tagt. Es ist offen, ob das Kontrollgremium zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommt. Die genauen Modalitäten des Ausstiegs von Hartz und der Übergabe der Geschäfte sind bisher nicht bekannt. Neben Peters und Wulff sind an der Nachfolger-Suche Aufsichtsratschef Ferdinand Pi½ch, Konzernchef Bernd Pischetsrieder und der neue Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh beteiligt.Osterloh und Pi½ch sind neben dem früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Liesen auch Mitglieder des dreiköpfigen Prüfungsausschusses des VW-Aufsichtsrates. Dieser berät am kommenden Montag einen KPMG-Zwischenbericht über die Korruptionsaffäre, wie die dpa aus dem Umfeld des Autokonzerns in Wolfsburg erfuhr. Der Zwischenbericht soll dem Vernehmen nach nicht veröffentlicht werden."Es wird noch lange dauern, bis wirklich in den letzten Winkel Licht gebracht ist", sagte Sprecher Joachim Geyer von der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Nachdem in der vergangenen Woche die ersten Zeugen vernommen wurden, werde jetzt "die Ermittlungsstrategie abgearbeitet". Von den bisher vernommenen Zeugen habe keiner die Aussage verweigert.Geyer schloss nicht aus, dass es auch Durchsuchungen geben werde. Bislang sei dies nicht erforderlich gewesen. Um das Geflecht von Tarnfirmen aufzuklären, könnten internationale Rechtshilfeersuchen gestellt werden. Dies werde zu einem späteren Zeitpunkt mit konkreten Fragestellungen geschehen.Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Skoda-Personalvorstand Helmuth Schuster und dessen früheren Mitarbeiter Klaus-Joachim Gebauer, der in der VW-Personalabteilung für die Beziehungen zum Betriebsrat zuständig war, wegen Betrugs und Untreue. Sie sollen mittels Tarnfirmen Gelder, die VW oder Skoda zustanden, auf eigene Konten umgeleitet haben. Geyer schloss eine Ausweitung der Ermittlungen nicht aus. Schusters Anwalt Ferdinand Gillmeister bekundete am Dienstag Bereitschaft, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Sein Mandant halte sich in Deutschland auf und sei entgegen Medienberichten keineswegs untergetaucht.

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