Suche nach Sicherheit: Goldpreis auf Höhenflug

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London (dpa) - Angesichts der chaotischen Zustände an den internationalen Finanzmärkten flüchten sich die Anleger zunehmend in den "sicheren Hafen" Gold.

Rohstoff-Experte Eugen Weinberg von der Commerzbank sagte: "Wir beobachten aktuell einen Vertrauensverlust in alle herkömmlichen Anlageklassen." Die Nachfrage nach Gold dürfte daher auch in den kommenden Tagen "deutlich anziehen", sagte er am Donnerstag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Für den Dresdner-Bank-Experten Herbert Berger ist der Run ins Gold eine durchaus vernünftige Reaktion: "Gold ist in Krisenzeiten das Metall, in dem man Werte konservieren kann." Dagegen sieht er Unternehmensanleihen nicht als große Profiteure. "Das hängt extrem von den Qualitäten der Schuldner ab. Denn die Ausfallquoten bei schlechten Schuldnern nehmen zu."

Nach den Worten von Weinberg erklärt die Sorge der Anleger vor einer dramatischen Zuspitzung der Bankenkrise auch, dass der jüngste massive Preissprung beim Gold weitgehend unabhängig von der Kursentwicklung des US-Dollar erfolgte. In der Vergangenheit sind die Goldpreise in der Regel immer dann gestiegen, wenn die US-Währung an Wert verloren hatte. In den vergangenen Handelswochen hätten die kurzfristig orientierten Investoren "eigentlich auf einen fallenden Goldpreis gesetzt".

Nach dem Rekordhoch im März von etwa 1030 Dollar je Feinunze (etwa 31 Gramm) ist der Goldpreis noch in der vergangenen Woche auf ein Jahrestief von rund 735 Dollar gefallen. Am Donnerstag kletterte der Preis für das Edelmetall zunächst bis auf 893,05 US-Dollar je Feinunze. Damit ist Gold binnen eines Tages um mehr als 100 Dollar je Feinunze teurer geworden.

"Wenn sich die Panik an den Aktienmärkten weiter verbreiten sollte, dann könnte der starke Anstieg beim Goldpreis auch in den kommenden Tagen anhalten." Selbst einen erneuten Sprung über die Marke von 1000 Dollar wollte Weinberg dann nicht mehr ausschließen.

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