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Suchtexperten fordern höhere Preise für Alkohol in Deutschland (Symbolfoto).

Animiert zum Saufen

Ist Alkohol zu billig? Ist Schottland ein Vorbild für Deutschland

Alkohol ist in Deutschland billig zu haben. Suchtexperten hoffen das sich das bald ändert. Schottland könnte ein Vorbild sein.  

Berlin - Vor dem Hintergrund eines in Schottland weltweit erstmals eingeführten Mindestpreises für Alkohol fordern Suchtexperten, Krankenkassen und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung höhere Preise für Alkohol auch in Deutschland. 

"Wer den Alkoholkonsum reduzieren will, muss dafür sorgen, dass die in Deutschland unverhältnismäßig niedrigen Preise für alkoholische Getränke angehoben werden", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, Raphael Gaßmann, den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Freitag.

Lässt sich der Alkoholkonsum über den Preis steuern?

Ein Mindestpreis für Alkohol sei der erste, wichtige Schritt, um den Alkoholkonsum zu senken. Es sei nachgewiesen, dass "insgesamt umso mehr Alkohol getrunken wird, je niedriger sein Preis ist", sagte Gaßmann.

Auch der Suchtexperte des AOK-Bundesverbands, Kai Kolpatzik, plädierte für höhere Verkaufspreise. Deutschland zähle zu den "Hochkonsumländern". Die vor 14 Jahren eingeführte Steuer auf sogenannte Alkopops habe gezeigt, "wie wirksam man über gezielte Besteuerung eine positive Lebensstiländerung auf breiter Front einleiten" könne.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), sagte den Funke-Zeitungen, Billigalkoholika zum Discountpreis hätten "nichts mehr mit Genuss zu tun", sondern zielten auf Masse. Gerade Jüngere mit wenig Einkommen würden dadurch zum "Saufen" animiert. Dies zu ändern sei aber nicht nur Sache der Politik. Mit Blick auf die schottische Lösung zeigte sich Mortler deshalb skeptisch.

Was gilt in Schottland?

In Schottland gilt seit dem 1. Mai ein Mindestpreis für Alkohol. Mit dem Mindestpreis von 50 Pence (57 Cent) pro zehn Milliliter purem Alkohol soll vor allem die Zahl der Alkoholtoten gesenkt werden.

AFP

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