Ab in den Süden: Die Rente kommt meist hinterher

- Der Sommer in Deutschland ist vorbei. Grund genug für viele Rentner, sich bis zum nächsten Frühling in klimatisch milderen Ländern wie Spanien oder Italien niederzulassen. Da es sich dabei nur um einen befristeten Auslandsaufenthalt handelt, sind bei der Rentenzahlung keine Probleme zu erwarten. Doch wer dauerhaft ins Ausland zieht, muss einiges beachten.

Wer sich vorübergehend im Ausland aufhält, erhält die Rente vom Rentenversicherungsträger in der Regel weiterhin pünktlich auf das Konto beim "Stamm"-Kreditinstitut überwiesen - oder, wenn gewünscht, auf ein Konto in der vorübergehend "neuen Heimat". Anders sieht es aus, wenn sich der Rentner überwiegend im Ausland aufhält oder seinen Wohnsitz auf Dauer in ein anderes Land verlegt. Dann besteht die Möglichkeit, dass der Anspruch auf Rente ganz wegfällt oder zumindest die Zahlung gekürzt wird. Das hängt - je nach Einzelfall - von der Rentenart ab, ferner von der Staatsangehörigkeit, dem Geburtsdatum, der Art der zurückgelegten Zeiten, dem Zeitpunkt der Wohnsitzverlagerung und dem Land der Träume.

So kann eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit auch dann bewilligt werden, wenn aufgrund des Gesundheitszustandes kein ge-eigneter Arbeitsplatz auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Hält sich der Rentner jedoch im Ausland auf, so wird der dortige Arbeitsmarkt für die Prüfung des Rentenanspruchs nicht berücksichtigt - mit der Folge, dass die Rente nicht überwiesen wird; es sei denn, mit dem Land besteht ein entsprechendes Sozialversicherungsabkommen (wie bei 32 Ländern einschließlich aller EU-Staaten der Fall). Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit werden ansonsten nur dann uneingeschränkt ins Ausland überwiesen, wenn allein der Gesundheitszustand für die Rentenbewilligung maßgebend war.

Andere Regeln für Krankenversicherung

Mit den im EU-Recht enthaltenen Sozialversicherungsabkommen werden die Mitgliedsstaaten und auch deren Staatsangehörige gleichgestellt. So genannte Wohnortklauseln im nationalen Recht werden damit aufgehoben. Dadurch wird gewährleistet, dass Rentenansprüche, die nach den Gesetzen eines Landes erworben wurden, beim Aufenthalt in einem anderen EU-Staat nicht gekürzt, geändert, entzogen oder beschlagnahmt werden dürfen.

Vorschriften, nach denen die Geldleistungen und deren Höhe vom Aufenthalt in Deutschland abhängen, sind somit nicht anzuwenden, wenn sich der Rentenempfänger im Ausland aufhält. Ein Deutscher, der auf Mallorca lebt, erhält seine Rente also in gleicher Höhe, wie sie ihm in der Bundesrepublik zustehen würde.

Jedoch gelten Besonderheiten, wenn der Rentenleistung Zeiten zugrunde liegen, die außerhalb Deutschlands zurückgelegt wurden. Gemeint sind damit Zeiten in den Vertreibungsgebieten nach dem Fremdrentengesetz. Für diese Beitragszeiten ist es aus besonderen historischen Gründen gerechtfertigt, den "Export" von Rententeilen auszuschließen. Nur diejenigen, die vor dem 19. Mai 1950 geboren sind und vor dem 19. Mai 1990 ausgewandert sind, finden diese Beitragszeiten auch in ihrer "Auslandsrente" wieder. Damit es keine bösen Überraschungen gibt, sollten sich die Rentner vor einem endgültigen Umzug ins Ausland bei ihrem Rentenversicherer informieren.

In der Kranken- und Pflegeversicherung gelten andere Regeln. So ist eine medizinische Behandlung bei Krankheit nicht exportierbar. Handelt es sich allerdings um einen EU-Staat oder besteht mit diesem Land ein Sozialversicherungsabkommen, gibt es keine Probleme: In diesem Fall ist die Sozialversicherung des Aufenthaltsstaates verpflichtet, Leistungen zu erbringen. Die deutsche Krankenkasse rechnet mit der ausländischen Versicherung ab. In allen übrigen Ländern muss selbst vorgesorgt werden.

Bei der Pflegeversicherung kann ein Teil der Leistungen mit ins auserwählte Land genommen werden. Die nach Pflegestufen gestaffelten Geldleistungen (205 bis 665 Euro pro Monat) werden auch in die Länder der EU sowie in Länder des Europäischen Wirtschaftsraumes überwiesen, so der Europäische Gerichtshof. Sachleistungen durch professionelle Pflegekräfte gibt es nicht. Der Pflegebedürftige muss sich also in seiner neuen Umgebung um eine entsprechende Betreuung bemühen. Wer jedoch beispielsweise in die USA auswandert, der muss auf sein Pflegegeld verzichten.

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