+
Südkoreas Wirtschaft wird stark durch Mers belastet. Foto: Jeon Heon-Kyun

Nach erneuten Todesfällen

Südkorea mit Milliarden-Konjunkturprogramm gegen Mers

Seoul - Südkorea will mit einem Konjunkturprogramm die lahmende Wirtschaft ankurbeln. Neben den sinkenden Exporten wirkt sich der Mers-Ausbruch immer stärker aus. Eine schwere Dürre schafft zusätzlich Probleme.

Mit einem milliardenschweren Konjunkturprogramm stemmt sich Südkorea gegen die Folgen der Atemwegserkrankung Mers und der jüngsten Dürre.

Weil die Konjunktur deutliche Spuren zeigt, musste die Regierung auch ihre Wachstumsprognose kassieren. Das Finanzministerium kündigte in Seoul ein Konjunkturpaket von mehr als 15 Billionen Won (über 12 Milliarden Euro) an.

Außerdem senkte das Ministeriums seine diesjährige Prognose für Asiens viertgrößte Volkswirtschaft von 3,8 auf 3,1 Prozent.

"Die Wirtschaft wird durch Mers belastet", sagte Finanzminister Choi Kyung Hwan im Fernsehen. Besonders betroffen seien der Konsum und der Dienstleistungsbereich. Es sei jedoch noch mehr Zeit nötig, um zu prüfen, wieviel Geld genau benötigt werde, sagte Choi zu den Plänen für einen Nachtragshaushalt.

Die südkoreanische Zentralbank hatte bereits vor zwei Wochen unter anderem wegen Mers die Zinsen auf das Rekordtief von 1,5 Prozent gesenkt, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Daneben wurden die sinkenden Exporte und Konsumausgaben als Grund für diesen Schritt genannt. Die Menschen geben wegen der Verbreitung des Mers-Virus weniger Geld aus. Zudem setzt eine schwere Dürre Seoul und Umgebung zu. Dem Wetteramt zufolge ist es eine der schlimmsten Trockenheitsperioden in der Geschichte des Landes.

Das Gesundheitsministerium meldete am Donnerstag zwei weitere Mers- Todesfälle sowie eine Neuerkrankung. Bisher starben an der Infektionskrankheit in Südkorea 29 Menschen. Die bisher erfassten Krankheits- und Todesfälle stiegen auf 180. Nach dem ersten bestätigten Mers-Fall in Südkorea im Mai hatte sich das Virus rasch ausgebreitet. Es ist der größte Mers-Ausbruch außerhalb der arabischen Halbinsel.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

T-Systems streicht weltweit 10.000 Stellen
Bonn (dpa) - Die schwächelnde Telekom-Großkundentochter T-Systems will bis 2020 rund 6000 Stellen allein in Deutschland streichen - weltweit sollen es 10.000 sein. Der …
T-Systems streicht weltweit 10.000 Stellen
Großkontrollen zum Dieselfahrverbot
Autofahrer, die in Hamburg gegen die bundesweit ersten Dieselfahrverbote verstoßen, werden zur Kasse gebeten. Die Kontrollen sind allerdings aufwendig.
Großkontrollen zum Dieselfahrverbot
Länder uneins über Verteilung der VW-Milliarde
Wegen des Dieselskandals hat VW eine Milliarde Euro Geldbuße gezahlt, die nun ausschließlich dem Land Niedersachsen zufließt. Das finden nicht alle Länder richtig, …
Länder uneins über Verteilung der VW-Milliarde
BER-Zeitplan gerät weiter unter Druck
Der Zeitplan zur Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER im Oktober 2020 gerät weiter unter Druck.
BER-Zeitplan gerät weiter unter Druck

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.