Super-Preis um sechs Cent gestiegen

- Hamburg - Diesel-Fahrer leiden im neuen Jahr bisher weniger unter dem Preisschub an den Zapfsäulen als Benzin-Tanker. Bei insgesamt schwacher Nachfrage nach Kraftstoffen mussten die Autofahrer im bundesweiten Durchschnitt für einen Liter Superbenzin am Freitag 1,28 Euro an Markentankstellen bezahlen.

Dieser Preis liegt um sechs Cent je Liter höher als im Dezember. Diesel dagegen kostete 1,12 Euro je Liter und damit nur vier Cent mehr als im Dezember. Die Unterschiede seien auf den Wettbewerb und die Entwicklung der Einkaufspreise am europäischen Großmarkt für Mineralölprodukte in Rotterdam zurückzuführen.

Die Preise an den Zapfsäulen waren am Neujahrstag gestiegen, weil die Mehrwertsteuer erhöht wurde und die Mineralölfirmen den Kraftstoffen teure Bio-Komponenten beimischen müssen. "Die Autofahrer haben erwartungsgemäß noch im alten Jahr ihre Tanks gefüllt, so dass die Nachfrage gering war", sagte Detlef Brandenburg vom deutschen Marktführer Aral. Dennoch begann die Branche auch das neue Jahr mit einer Preiserhöhung um drei Cent je Liter Mitte der Woche. Im vergangenen Jahr hatte es nach Aral-Zählung 113 Tage mit Preiserhöhungen und 195 Tage mit Preissenkungen gegeben.

An den internationalen Märkten bröckeln unterdessen die Preise für Rohöl und Ölprodukte. Ein Barrel (159 Liter) kostete zeitweise weniger als 54 Dollar und war damit billiger als während des gesamten Vorjahres. In Rotterdam gab der Preis für einen Tonne Benzin von 542 auf 513 Dollar nach. Als Ursache werden bei den Ölexperten der milde Winter auf der Nordhalbkugel sowie zunehmendes Desinteresse der Finanzmärkte an Energierohstoffen und -aktien genannt. Fonds und Spekulanten hatte den Ölpreis im vergangenen Jahr fast bis auf die Marke von 80 Dollar je Barrel getrieben. Gemessen an den Kosten für Förderung und Transport des Rohöls gilt unter Experten ein Preis von 30 bis 40 Dollar je Barrel als angemessen.

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