Super-Airbus begeistert Hamburger

- Hamburg/München - Wo auch immer der neue Super-Airbus A 380 zu sehen ist, strömen tausende von Menschen herbei und bestaunen fasziniert das größte Verkehrsflugzeug der Welt. So war es, als in Toulouse das erste Exemplar (lediglich rollend wohlgemerkt) der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, so war es vergangene Woche am Frankfurter Flughafen und so war es gestern in Hamburg Finkenwerder. Mehrere tausend Zuschauer und Airbus-Mitarbeiter bereiteten dem A 380 einen begeisterten Empfang. "Für viele, auch mich, ist heute ein Traum wahr geworden", jubelte Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust auf dem Airbus-Werksgelände. Jubeln würden gerne auch die Münchner, doch wann hier der Super-Vogel seine erste Landung hat, steht noch nicht fest.

Ursprünglich sollte der A 380 in den Farben der Emirates während der Fußball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr den Flughafen im Erdinger Moos ansteuern. Doch das dürfte nichts werden. "Das wäre ein Traum", meinte Flughafen-Sprecher Robert Wilhelm auf Anfrage - aber wohl ein unrealistischer, wie Insider vermuten. In trockenen Tüchern sei hingegen ein Testflug im Rahmen des Lufthansa-Probeprogramms, der auch im Sommer 2006 stattfinden soll. Das hatte Lufthansa-Stationsleiter Burkhard Feuge angekündigt.

Grundsätzlich wird der A 380 in München aber nicht wirklich heimisch werden. Laut dem Münchner Lufthansa-Statthalter Karl-Ulrich Garnadt sei es zwar gut möglich, dass irgendwann auch ein Airbus A 380 von Erding aus Linie zum Beispiel nach Shanghai oder New York fliegen wird, doch setze die Lufthansa in München voll auf die Versionen des kleineren A 340. Dabei war das Terminal 2 in München weltweit das erste, das für das Riesenflugzeug zertifiziert wurde.

In Hamburg indes ist die Freude ungetrübt. Künftig werden in Finkenwerder die Inneneinrichtungen für das Flugzeug montiert. Bürgermeister von Beust meinte, es werde deutlich, dass Hamburg und Deutschland in der Technik der Flugzeugproduktion ganz vorn dabei sein würden.

Zwei Stunden und 26 Minuten dauerte der Flug des A 380 mit der Seriennummer MSN 002 von Toulouse nach Hamburg. Es handelt sich um den dritten Prototypen. Das Flugzeug wird voraussichtlich bis Anfang 2006 in Hamburg bleiben. Im Gegensatz zu den ebenfalls bereits fliegenden MSN 001 und MSN 004 wird die MSN 002 mit einer Kabinenausstattung ausgerüstet. Auf dem Versuchsplan stehen dann von Toulouse aus erste Langstreckenflüge mit Testpassagieren. Diese erproben, ob Sitze, Bordküchen und Sanitäranlagen wie geplant funktionieren. Nach Angaben von Airbus werden für diese Reise 474 Sitzplätze eingebaut, außerdem ist Platz für 20 Besatzungsmitglieder.

Voraussichtlich Ende des Jahres wird der nächste Prototyp MSN 007 in Finkenwerder landen. Mit diesem Flugzeug werden Evakuierungstests absolviert. Dabei müssen 873 Insassen innerhalb von 90 Sekunden über Notrutschen von Bord gehen.

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