Super-Airbus zieht EADS nach unten

- München/Amsterdam - Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat wegen der Entwicklungskosten des Super-Airbus A380, weniger Flugzeugauslieferungen und wegen des Umbaus der Raumfahrtsparte im ersten Halbjahr 2003 weniger verdient. Das Unternehmen bestätigte gleichwohl seine Prognose für das Gesamtjahr. Heute will EADS in London über Einzelheiten berichten, nachdem der Halbjahresbericht überraschend vorzeitig freigegeben werden musste, weil sein Inhalt offenbar bereits durchgesickert war.

<P>In den ersten sechs Monaten ist der Ertrag vor Zinsen und Steuern, Firmenwertabschreibungen und Sonderposten (Ebit) im Vergleich zum ersten Halbjahr 2002 um 24 Prozent von 775 auf 592 Millionen Euro gesunken. Dieses Ergebnis liege vollständig auf der Linie der Erwartungen, teilte die EADS mit. Unter dem Strich fiel ein Verlust von 66 Millionen Euro an nach einem Überschuss von 91 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.</P><P>Starker Euro lässt Umsatz sinken</P><P>Die Halbjahresresultate bestätigten den Ausblick für das gesamte Jahr, erklärten die Co-Vorstandschefs von EADS, Philippe Camus und Rainer Hertrich. Dank kräftiger Auftragseingänge und der jüngsten Geschäftserfolge, sollte EADS gut vorbereitet sein, wenn sich der Markt wieder belebe. EADS bestätigte seine frühere Prognose, wonach das Ebit im Gesamtjahr auf dem Niveau des Vorjahres von über 1,4 Milliarden Euro liegen soll. Der Umsatz soll ebenfalls den Wert von 2002 in Höhe von 29,9 Milliarden Euro erreichen. Basis hierfür sei die geplante Auslieferung von 300 Flugzeugen. Bereits in der ersten Jahreshälfte seien 149 Modelle (Vorjahr 160) ausgeliefert worden.</P><P>Im ersten Halbjahr fiel der Umsatz durch Währungseffekte um 7 Prozent auf 13,1 Milliarden Euro. Bei einem konstanten Euro/Dollar-Kurs hätten die Erlöse auf Vorjahresniveau stagniert. Die Auftragseingänge verdreifachten sich nahezu auf 43,2 Milliarden Euro. In den Büchern standen zum 30. Juni Aufträge im Wert von 187,7 Milliarden Euro (plus 12 Prozent), davon rund 42 Milliarden Euro aus dem Rüstungsbereich. Die Flugzeugsparte zeigte erneut ihre Bedeutung für das Unternehmen: ihr Ebit von 621 Millionen Euro war größer als das der gesamten EADS-Gruppe.</P><P>Die Raumfahrtsparte soll der Konzern-Mitteilung zufolge 2004 den Umschwung schaffen. Die Umstrukturierung, für die 88 Millionen Euro zu Buche standen, und der schwache Markt vertieften das negative Ergebnis. In den ersten sechs Monaten war in diesem Segment das Ebit auf minus 131 Millionen Euro (Vorjahr: minus 85 Mio.) gefallen.</P>

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