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Die Preise an den Tankstellen ziehen an. Doch noch nicht überall schlagen die gestiegenen Rohöl-Notierungen auf die Preise für Benzin und Heizöl durch.

Experten raten zu Gelassenheit

Syrien-Krise: Was Anleger tun sollten

München - Druck auf die Aktienkurse, eine erneute Trendwende beim Goldpreis und teureres Öl. Der Syrien-Konflikt hält auch Investoren in Atem. Wie sollen sich Anleger jetzt verhalten?

Ungewissheit ist der Pate fallender Kurse. Die Furcht vor einem militärischen Konflikt schreckt erfahrungsgemäß die Anleger weit mehr, als wenn ein Krieg losgeht. So war es beim Einmarsch in Afghanistan ebenso wie beim zweiten Irakkrieg. Solange die Kriegsdrohung im Raum stand, fielen die Kurse, sobald die Bomber abhoben, zogen sie eher wieder an. Das ist ein Muster, das bisher häufig eintrat, auf das es aber keine Garantie gibt.

Dass die Kurse nach den Angriffsdrohungen nur moderat nachgaben, hat zwei Gründe: Der Bürgerkrieg in Syrien herrscht schon länger. Er ist also eingepreist. Und: Die geplanten Bombardements sind als begrenzte Strafaktion angekündigt. Ein lang andauernder Einsatz ist nicht geplant.

Doch was passiert, wenn die Entwicklung aus dem Ruder läuft? Wenn sich der auf Syrien und einige Nachbarländer begrenzte Konflikt auf den ganzen Mittleren Osten ausweitet? Ein rasanter Ölpreisanstieg wäre die erste Folge. Der würde weltweit die ohnehin angeschlagene globale Konjunktur ins Trudeln bringen.

Die jüngst gefallenen Aktienkurse und die anziehenden Preise für Ölkontrakte oder Gold deuten darauf hin, dass zumindest einige Investoren dieses Szenario nicht ausschließen. Doch sind Ab- wie Zuschläge bisher moderat. Eine Mehrheit rechnet offenbar nicht mit dem schlimmsten aller schlimmen Fälle.

Frank Naab, Leiter des Portfolio-Managements beim Bankhaus Metzler, erwartet keinen Flächenbrand durch punktuelle Luftangriffe in Syrien und rät zur Gelassenheit. „Das wirft uns nicht aus den Seilen“, sagt er. Für ihn ist der Syrien-Konflikt der geringste von vier Einflussfaktoren, die derzeit auf die Märkte wirken. Die Ungewissheit der anstehenden Bundestagswahl, die Schwäche einiger Schwellenländer und die Wende in der US-Geldmengenpolitik hält er für gewichtiger. Umgekehrt sieht er konjunkturelle Verbesserungen in den USA und Europa. Naab rechnet auf Jahressicht weiter mit einem Gewinnwachstum der Unternehmen. Unter dem Strich bleibt das Frankfurter Bankhaus bei seiner Strategie, Aktien überzugewichten und Schwächephasen für Zukäufe zu nutzen. „Wir haben weiter ein gutes Umfeld für Aktien“, sagt Naab.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, erwartet ebenfalls nicht, dass die Krise in Syrien unmittelbare Auswirkungen auf die deutsche Konjunkturentwicklung haben wird. „Dafür ist die syrische Wirtschaft einfach zu klein“, sagte er. Falls sich der Konflikt allerdings auf den gesamten Mittleren Osten ausbreite, seien negative Effekte möglich – wie etwa steigende Öl- und Gaspreise.

Gestern fiel der Dax um 1,03 Prozent auf 8157,90 Punkte. Auch die Kursentwicklung in einzelnen Branchen deutet darauf hin, dass Marktteilnehmer steigende Ölpreise erwarten. Die Aktien von Fluggesellschaften stehen auf den Verkaufslisten und fallen deutlich. Die Airlines wären besonders hart von höheren Kerosinkosten getroffen. Umgekehrt rechnen Anleger damit, dass Versorger von steigenden Energiepreisen sogar profitieren. Ihre Kurse steigen.

Doch wie können private Anleger in dieser Gemengelage handeln? Staatsanleihen solventer Staaten sind zwar ein sicherer Hafen. Aber die Rendite ist bescheiden. Bargeld zu horten bedeutet ebenfalls Verzicht. Denn die Inflation zehrt die mageren Zinsen auf. Und der Goldpreis war auf dem absteigenden Ast, als die Krise ihn wieder nach oben trieb. Jetzt nach den jüngsten Anstiegen ins Edelmetall einzusteigen, könnte in die Verliererstraße führen. Die nach wie vor hohen Dividendenrenditen sprechen eher für Aktien.

Risiken und Probleme eines Militäreinsatzes in Syrien

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Dagegen stellen sich bei der Ölpreisentwicklung auch Fragen, die alle Verbraucher betreffen. Wohin entwickeln sich Benzin- und Heizölpreise? An den Tankstellen mit häufig schwankenden Preisen hat sich in den letzten Monaten eine Taktik bewährt: Sobald der Tank zu einem Drittel geleert ist, nach halbwegs günstigen Preisen Ausschau halten und dann volltanken. Das dürfte sich auch jetzt unterm Strich lohnen. Gestern war an einigen Münchner Tankstellen trotz deutlich anziehender Rohölpreise Super für unter 1,55 Euro je Liter zu haben und Diesel unter 1,38 Euro.

Beim Heizöl haben die Preise (siehe Tabelle) leicht angezogen. Es könnte sein, dass die gestiegenen Rohölpreise in den nächsten Wochen hier noch höhere Preise nach sich ziehen. Warten auf günstigeres Öl könnte dann teuer werden.

Martin Prem

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