Systems: Preise für Mobilfunk sinken

- München - Die Aussichten hängen vom Bezugspunkt ab. Das gilt auch für die Systems, die seit gestern auf dem Münchner Messegelände stattfindet. 1260 Aussteller aus 23 Ländern zeigen bei der Systems Neuheiten aus der Hightech-Welt - im Vorjahr waren es 1229. Im Boom-Jahr 2000 hatten allerdings noch 3200 und damit deutlich mehr als doppelt so viele Firmen Stände auf der Systems angemietet.

Seither durchlebte die Messe einen Schrumpfprozess. Einige große Anbieter wie Microsoft reduzierten ihren Systems-Auftritt deutlich oder sagten ganz ab wie Vodafone. Im Gegensatz zum "glitzernden Schaufenster" Cebit wollen die Veranstalter die Systems mittlerweile als "Arbeitszimmer der Branche" profilieren. Prozessoptimierung in Unternehmen und IT-Sicherheit gehören daher zu den Schwerpunkten der vorwiegend an Mittelständler adressierten Messe.

Die Mobilfunkbranche machte zum Auftakt deutlich, dass sie bei einer deutlichen Ausweitung der Anwendungsmöglichkeiten mit fallenden Preisen rechnet. Innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre werde sich die Kommunikation zunehmend vom Festnetz hin zum Mobilfunk verlagern, sagte der Gründer und Geschäftsführer des Mobilfunk-Billiganbieters Simyo, Rolf Hansen. "Damit wir dahin kommen, müssen die bisherigen Dienste einfacher und günstiger werden."

Auch der Chef von BenQ Mobile, Clemens Joos, sprach sich für einfachere Geschäfts- und Preismodelle aus, um für mehr Akzeptanz zu sorgen. BenQ hatte in diesem Jahr die Handysparte von Siemens übernommen und will seinen Absatz über die Mobilfunkbetreiber ausbauen. "Wir sind sehr zufrieden", sagte Joos. Das Auftragsvolumen habe sich zwischen Juli und September gegenüber dem Vorquartal verdoppelt. Anbieter wie T-Mobile und Vodafone hatten ihre Bestellungen bei der ehemaligen Siemenssparte wegen der unsicheren Lage zuvor zurückgefahren.

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