Auch Dax-Unternehmen dabei

Luxemburg hilft Konzernen bei Steuertrickserei

München - Deutsche und internationale Konzerne vermeiden einem Zeitungsbericht zufolge mit Unterstützung Luxemburgs Steuerzahlungen in Milliardenhöhe.

Die Behörden des Landes hätten teils äußerst komplizierte Finanzstrukturen genehmigt, mit deren Hilfe manche Unternehmen auf Gewinne teilweise weniger als ein Prozent Steuern gezahlt hätten, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" vorab aus ihrer Donnerstagsausgabe unter Berufung auf eine Auswertung von rund 28.000 Seiten geheimer Dokumente. Die Strukturen habe eine Unternehmensberatung im Auftrag der Firmen entwickelt.

Die Dokumente zeigten, wie zahlreiche internationale Unternehmen, darunter auch deutsche Dax-Konzerne, von dem System profitiert hätten, hieß es weiter. Demnach wurden etwa über Niederlassungen in Luxemburg firmeninterne Kredite vergeben, wodurch sich die Steuerlast in anderen Staaten verringert habe.

Zudem seien auch Fondsgesellschaften gegründet worden, die so konstruiert gewesen seien, dass bei Immobilienprojekten in mehreren europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, kaum Steuern angefallen seien, schrieb die "Süddeutsche Zeitung". Mehrere Unternehmen erklärten demnach, sich an sämtliche Gesetze zu halten.

Die "SZ" verwies in ihrem Bericht darauf, dass Steuersparmodelle für Konzerne in Luxemburg legal seien. Allerdings ermittle die Europäische Kommission in zwei Fällen, ob die Entscheidungen der Luxemburger Behörden gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstießen, weil den Konzernen unfaire Vorteile eingeräumt würden.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Brexit treibt Bank of America von London nach Dublin
London (dpa) - Umzug wegen Brexit: Die Bank of America will die Europa-Zentrale ihres Investmentbankings von London nach Dublin verlagern. Das sagte Vorstandschef Brian …
Brexit treibt Bank of America von London nach Dublin
Maas: Autokäufer dürfen nicht für Abgas-Nachrüstung zahlen
Politik und Konzerne ringen darum, wie der Schadstoffausstoß bei Diesel-Fahrzeugen gesenkt werden kann - und wer die Kosten trägt. Der Verbraucherminister warnt, auch …
Maas: Autokäufer dürfen nicht für Abgas-Nachrüstung zahlen
Vorsicht, Salmonellengefahr! Lidl und Rewe rufen Produkte zurück
Lidl und das Bundesamt für Verbraucherschutz warnen vor einem Produkt von Lidl. Es wurden darin Salmonellen gefunden. Auch bei Rewe gibt es einen Rückruf.
Vorsicht, Salmonellengefahr! Lidl und Rewe rufen Produkte zurück
Marktforscher GfK vor Börsenausstieg
Zeitenwende bei der GfK: Der Marktforscher hat die Kleinanleger aus dem Spiel genommen - und damit den Weg für einen Ausstieg von der Börse frei gemacht. Von dem Schritt …
Marktforscher GfK vor Börsenausstieg

Kommentare