Tagesmutter für die Kinder: Fiskus und Jugendamt können helfen

- Ein Grund für die sinkende Kinderzahl in Deutschland ist der Mangel an Betreuungsmöglichkeiten: Familie und Beruf zu vereinbaren ist nach wie vor sehr schwierig. Viele Eltern lassen sich bei der Betreuung ihrer Kinder von einer Tagesmutter helfen. Die Kosten sind in der Regel niedriger als für einen Krippenplatz und nicht unbedingt höher als für den Kindergarten.

<P>Tagesmütter benötigen keine besondere Ausbildung, haben aber in der Regel eigene Kinder. Ab dem vierten Pflegekind müssen sie eine Erlaubnis beim Jugendamt beantragen. Eine Tagesmutter findet man am einfachsten über das Jugendamt, über Kindereinrichtungen vor Ort oder Anzeigen in der lokalen Presse. Oft hilft ein Aushang im nächsten Kindergarten oder Umhören und "Mundpropaganda".<BR><BR>Honorar</P><P>Das Honorar handeln Eltern und Tagesmutter frei aus. Beim Jugendamt kann man die in der Gemeinde üblichen Tagespflegesätze erfragen. In Bayern kostet die Betreuung durch eine Tagesmutter im Schnitt zwischen 270 und 330 Euro pro Monat. Das Kind wird dafür acht Stunden fünf Tage pro Woche betreut. Der Bundesverband Tagesmütter empfiehlt bei 20 Wochenstunden ein Honorar von bis zu 282 Euro und bei 40 Stunden bis 410 Euro. Essen und Trinken sind im Preis enthalten. In der Regel wird eine Tagesmutter auch im Urlaub bezahlt.<BR><BR>Jugendhilfe</P><P>Wer das Geld für die Tagesmutter - gleiches gilt für Krippe und Kindergarten - nicht aufbringen kann, wird vom Jugendamt unterstützt. Für eine Tagesmutter wird je nach Gemeinde ein Zuschuss von rund zwei Euro pro Stunde gewährt. Voraussetzung dafür ist ein niedriges Einkommen sowie Ausbildung, Schule, Studium oder Arbeit, die es der Mutter unmöglich machen, selbst auf ihr Kind aufzupassen. <BR><BR>Existenzminimum?</P><P>Für das steuerfrei zu stellende Existenzminimum zahlt der Staat Kindergeld oder gewährt einen Kinderfreibetrag in Höhe von derzeit 3648 Euro im Jahr. Allein Erziehende bekommen die Hälfte davon. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass damit der allgemeine Betreuungsbedarf eines Kindes gedeckt ist. <BR><BR>Betreuungsfreibetrag</P><P>Weiter gibt es einen "Kinderbetreuungsfreibetrag" von 2160 (allein Erziehende 1080) Euro.<BR><BR>Sonderbelastung</P><P>Bestimmte Kinderbetreuungskosten sind für Eltern auf Antrag als außergewöhnliche Belastungen steuerlich abziehbar. Voraussetzung für den Abzug von Kinderbetreuungskosten ist auch hier, dass beide Elternteile erwerbstätig oder in Ausbildung sind. Abziehbar sind nur Kosten für Kinder, die das 14. Lebensjahr (ggf. 27. bei Behinderung) noch nicht vollendet haben.<BR><BR>Betreuungskosten werden berücksichtigt, soweit sie 1548 Euro im Jahr überschreiten. Aber nur bis maximal 1500 Euro können als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden. Die Betreuungskosten müssen nachgewiesen werden. <BR><BR>Bei allein Erziehenden, die nicht mit dem anderen Elternteil zusammen leben, setzt der Kinderbetreuungskostenabzug bereits bei 774 Euro ein, die Höchstgrenze beträgt 750 Euro je Kind.<BR><BR>Allein Erzieher</P><P>Allein Erziehende mit Kindern unter 18 Jahren können zusätzlich einen Entlastungsbetrag von 1308 Euro im Jahr beantragen. Dieser gilt seit 1. Januar 2004 und ersetzt den ehemaligen Haushaltsfreibetrag. Voraussetzung für die Begünstigung ist, dass neben dem Erziehungsberechtigten und dem minderjährigen Kind kein weiterer Mensch im Haushalt lebt, der älter als 18 Jahre ist.</P>

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