Tagesspiegel: Vertrag verdächtig günstig

- Hamburg - Der schwäbische Großverlag Holtzbrinck verkauft seinen "Tagesspiegel" in Berlin angeblich zu Sonderkonditionen an Ex-Manager Pierre Gerckens. So betrage der bislang ungenannte Kaufpreis nur 10 Millionen Euro. Der Hamburger Bauer-Verlag hatte öffentlich das Doppelte geboten. Auch sonst komme Holtzbrinck seinem Ex-Manager sehr entgegen, berichtet die "SZ". Gerckens müsse im ersten Quartal 2004 lediglich 2,5 Millionen Euro anzahlen, weitere 2,5 Millionen seien im Oktober 2006 und die restlichen fünf Millionen erst im Oktober 2008 fällig.

So sei es in einer dem Kartellamt übermittelten Absichtserklärung ("Letter of Intent") vereinbart. Darin sei auch die Call-Option erwähnt, mit der Holtzbrinck laut Entwurf für den Kaufvertrag 75 Prozent der Anteile am "Tagesspiegel" zurückkaufen könne, falls das Kartellrecht entsprechend gelockert werde.<BR><BR>Holtzbrinck hat für gut 200 Millionen die "Berliner Zeitung" gekauft, darf aber wegen eines Vetos des Kartellamtes nicht beide Blätter gleichzeitig besitzen. Durch den Verkauf des "Tagesspiegel" an Gerckens will Holtzbrinck den Weg für die Übernahme der "Berliner Zeitung" freimachen.<BR><BR>Laut SZ müsste Gerckens bei einer raschen Änderung des Kartellrechts im günstigsten Fall nur 2,5 Millionen Euro für den "Tagesspiegel" anzahlen und könnte das Blatt wieder weitgehend an Holtzbrinck zurückgeben, bevor die hohen Raten fällig werden. Gerckens widersprach allerdings dem Eindruck, das Blatt solle bei ihm geparkt werden, bis Holtzbrinck wieder einsteigen dürfe. "Ich will den Tagesspiegel behalten und fortführen."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bayer sagt Trump Milliardeninvestitionen in den USA zu
Leverkusen/New York - Bayer und Monsanto wollen den künftigen US-Präsidenten Donald Trump mit Investitionen und US-Arbeitsplätzen von ihrer Fusion überzeugen.
Bayer sagt Trump Milliardeninvestitionen in den USA zu
Bis zu 90 Prozent: Deutsche Bank will Boni kürzen
Frankfurt/Main - Die Deutsche Bank könnte Medienberichten zufolge schon bald drastische Einschnitte bei den Boni ihrer Mitarbeiter verkünden.
Bis zu 90 Prozent: Deutsche Bank will Boni kürzen
Experte erklärt: So teuer kommt uns der Brexit
London - Theresa May kündigte am Dienstag den klaren Bruch mit der EU an. In unserer Zeitung erklärt der Präsident des Münchner ifo-Instituts, Clemens Fuest, wie teuer …
Experte erklärt: So teuer kommt uns der Brexit
Großkonzerne wollen Plastik reduzieren
New York - Bis 2050 wird einer Studie zufolge mehr Plastikmüll in den Weltmeeren schwimmen als Fische - wenn nicht schnell gehandelt wird. Genau das tun jetzt 40 große …
Großkonzerne wollen Plastik reduzieren

Kommentare