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Autozulieferer Takata hat weitere Maßnahmen zur Krisenbewältigung versprochen. Foto: Jeff Kowalsky

Takata zieht umstrittene Airbag-Chemikalie aus dem Verkehr

Der japanische Airbag-Hersteller Takata kündigt unter dem Druck der US-Aufsicht weitere Schritte an, um die Sicherheit seiner Produkte wieder herzustellen. Top-Manager Kevin Kennedy muss vor einem Ausschuss des US-Kongresses Rede und Antwort stehen.

Washington (dpa) - Der wegen defekter Airbags in die Kritik geratene Autozulieferer Takata hat weitere Maßnahmen zur Krisenbewältigung versprochen.

Künftig solle bei den Airbags auf die Verwendung von Ammoniumnitrat verzichtet werden, teilte das japanische Unternehmen am Montag (Ortszeit) in Washington mit. Die Chemikalie wurde in Millionen von Fahrzeugen bei Airbag-Gasgeneratoren als Treibstoff eingesetzt und steht im Verdacht, ein Grund für erhebliche Sicherheitsrisiken zu sein.

Takata-Airbags haben in der Vergangenheit in mehreren Fällen unvermittelt ausgelöst. Dabei kam es zu Explosionen, die Teile der Metallverkleidung sprengten. Diese Defekte werden mit sechs Toten und zahlreichen Verletzten in Zusammenhang gebracht. Vor allem in den USA steht das Unternehmen deshalb massiv unter Druck. Am Dienstag muss sich der für Nordamerika zuständige Takata-Manager Kevin Kennedy in Washington bei einer Anhörung Abgeordneten stellen.

Vor etwa zwei Wochen hatte Takata auf Drängen der Verkehrsbehörde NHTSA der größten Rückrufaktion der US-Geschichte zugestimmt. Seit 2013 wurden bereits etwa 17 Millionen Fahrzeuge von Autoherstellern in die Werkstätten beordert, diese Zahl wird sich noch einmal fast verdoppeln.

In Notizen, die vorab veröffentlicht wurden, bemüht sich Manager Kennedy, das Ausmaß der Misere zu relativieren: "Wir sind stolz, dass Millionen von Takata-Airbags ordnungsgemäß funktioniert und Tausende von Todesfällen verhindert haben". In den letzten Monaten habe Takata ballistische Tests für mehr als 12 500 Airbags durchgeführt, von denen nur neun Mängel aufgewiesen hätten. Kennedy bezeichnete es aber als unakzeptabel, "wenn auch nur eines unserer Produkte nicht wie vorgesehen funktioniert und Menschen in Gefahr bringt".

Deshalb habe Takata sich verpflichtet, die Produktion des Konstruktionstyps einzustellen, der bei allen bisherigen Unfällen mit Airbags auf der Fahrerseite aufgetreten sei, so Kennedy. Man arbeite mit den betroffenen Autobauern zusammen, um bei den Ersatzteilen neue Versionen ohne Ammoniumnitrat einzusetzen. Diese könnten auch von anderen Airbag-Herstellern kommen. Ob der Treibstoff für die Probleme verantwortlich ist, ist aber noch nicht abschließend geklärt. "Takata hat die Ursache des Defekts noch immer nicht identifiziert", kritisierte US-Verkehrsminister Anthony Foxx erst kürzlich.

Takata hatte sich eine Machtprobe mit der Verkehrsbehörde geleistet und wegen mangelnder Kooperation eine Strafe von 14 000 Dollar pro Tag aufgebrummt bekommen. Stein des Anstoßes war vor allem gewesen, dass Takata Forderungen nach einem landesweiten Rückruf zunächst abgelehnt hatte. Die Firma vertritt den Standpunkt, die Unfälle stünden im Zusammenhang mit dem heißen und feuchten Klima in einigen US-Bundesstaaten. Sie würde die Rückrufe lieber auf diese Regionen beschränken. Ob die Sicherheit durch den Megarückruf rasch wieder hergestellt werden kann, ist ohnehin sehr zweifelhaft - das Vorhaben dürfte Jahre dauern und erfordert Ersatzteile, die Takata nicht aus dem Stand liefern kann.

Takata-Mitteilung (vorbereitete Erklärung für Anhörung vor US-Abgeordneten)

US Energy & Commerce Committee zur Anhörung am Dienstag

Online-Rubrik der Verkehrsaufsicht NHTSA zu Takata

Mitteilung des US-Verkehrsministerium zum landesweiten Rückruf

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