Takko: Nach den gescheiterte Verhandlungen über eine millionen-schwere Bürgschaft ist die Lage bei dem Modediscounter ernst.
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Takko: Nach den gescheiterte Verhandlungen über eine millionen-schwere Bürgschaft ist die Lage bei dem Modediscounter ernst.

„Bedingungen unerfüllbar“

NRW lehnt Bürgschaft für Mode-Discounter mit 18.000 Mitarbeitern ab – für Schalke 04 gab es grünes Licht 

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Die Verhandlung zwischen dem Modediscounter Takko und dem Land NRW über eine Bürgschaft sind gescheitert. Bei der Modekette sitzt der Schock tief.

Telgte - Die Verhandlungen des Mode-Discounters Takko mit dem Land Nordrhein-Westfalen über eine Bürgschaft von mehreren Millionen Euro sind gescheitert. Das bestätigte eine Unternehmenssprecherin am Montag Merkur.de*. Man müsse sich „nun um eine andere Lösung bemühen, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern“, hieß es.

Der Interimschef und Beiratsvorsitzende von Takko Fashion Karl-Heinz Holland, zeigte sich am Montag tief bestürzt über die Entscheidung: „Ich bin mehr als enttäuscht darüber, dass uns das Land NRW in dieser Situation nicht unterstützt. Wir sind unverschuldet in diese Lage geraten und haben allein im zweiten Lockdown nahezu 130 Millionen Euro liquider Mittel verloren. Die Bürgschaft hätte uns als profitables Unternehmen wieder Luft zum Atmen verschafft, um kurzfristig die operativen Kosten zu decken.“

Takko: „Bedingungen unerfüllbar“

Laut Takko hat der erneute Lockdown das Unternehmen in eine wirtschaftliche Extremsituation gebracht und Woche für Woche zehn Millionen Euro gekostet. Angesichts der dramatischen Lage hatte der Discounter aus Telgte bei Münster Mitte Februar Gespräche über eine Landesbürgschaft aufgenommen. Doch am Wochenende kam das Aus. Nach Angaben Takkos waren die Bedingungen der von Land und Bund beauftragten Wirtschaftsprüfungsfirma PwC auch nach intensiven Verhandlungen „unerfüllbar“.

Angesichts der schweren wirtschaftlichen Belastungen durch die Corona*-Pandemie waren zuletzt zahlreiche große Unternehmen wie Adler oder Pimkie in massive Schwierigkeiten geraten. Um sich kurzfristig Luft zu verschafften, hatten viele Betriebe eine Bürgschaft beantragt, darunter auch der angeschlagene Bundesligist FC Schalke 04. Informierten Kreisen zufolge soll der abstiegsbedrohte Club eine Bürgschaft über 31 Millionen Euro erhalten haben.

Takko: Schwarze Zahlen im Vor-Coronajahr 2019

Takko hat am Montag rund 1000 seiner bundesweit 1200 Filialen erstmals wieder geöffnet. Insgesamt beschäftigt das 1982 gegründete Unternehmen rund 18.000 Mitarbeiter, gut 14.000 davon in Deutschland. Im Vor-Corona-Jahr 2019 hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben schwarze Zahlen geschrieben. *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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