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Verschiedene Naturkatastrophen aus dem vergangenen Jahr belasten das Ergebnis des Versicherungskonzerns Talanx. Foto: Sebastian Gollnow

Jahresbilanz

Talanx im Katastrophenjahr 2017 mit Gewinneinbruch

Wirbelstürme wie "Harvey", "Irma" und "Maria" haben im vergangenen Jahr die Versicherungsbranche schwer getroffen. Die Schäden waren so hoch wie nie zuvor. Das bekam auch Talanx zu spüren.

Hannover (dpa) - Der Gewinn des Versicherungskonzern Talanx ist im Hurrikan-Jahr 2017 eingebrochen. Angesichts der immensen Katastrophenschäden schrumpfte der Überschuss um mehr als ein Viertel auf 672 Millionen Euro, wie der MDax-Konzern mit Marken wie HDI und Neue Leben in Hannover mitteilte.

Für das aus Talanx-Sicht gut begonnene Jahr 2018 peilt Vorstandschef Herbert Haas weiter einen Überschuss von 850 Millionen Euro an. Haas gibt den Chefposten im Mai nach fast zwölf Jahren an seinen Vorstandskollegen Torsten Leue ab und soll dann selbst an die Spitze des Aufsichtsrats wechseln.

Leue leitet das internationale Privat- und Firmenkundengeschäft, das sich 2017 gut entwickelte. "Polen ist mir Abstand unser wesentlicher Markt, gefolgt von Brasilien", sagte er. Dort stehe in diesem Jahr ein vielversprechendes Joint-Venture mit der Banco Santander an. Im fünftgrößten lateinamerikanischen Markt Kolumbien gab es einen strategischen Markteinstieg mit der Generali Seguros Generales.

Erstmals lag im Vorjahr der Anteil des Auslandsgeschäfts bei der Erstversicherung mit 8,2 Milliarden Euro bei über 50 Prozent - ursprünglich war dieses Ziel erst in diesem Jahr angepeilt worden.

Wegen der US-Steuerreform wird das US-Geschäft der Talanx nicht mehr über Irland und Deutschland abgewickelt, sondern eine beim US-Fiskus gemeldete Talanx-Tochter auf den Bermudas.

2017 hatten vor allem Schäden durch die Wirbelstürme "Harvey", "Irma" und "Maria" in den USA und der Karibik die weltweite Versicherungsbranche hart getroffen. Insgesamt summierten sich die Schäden laut Haas auf 134 Milliarden US-Dollar (109 Mrd Euro) - so viel wie noch nie in der Geschichte der Branche. Bei Talanx musste vor allem die Rückversicherungstochter Hannover Rück für die Begleichung der Schäden tief in die Tasche greifen. Talanx gehört gut die Hälfte des weltweit drittgrößten Rückversicherers.

Konzernweit summierten sich die Großschäden 2017 bei Talanx und Hannover Rück auf rund 1,6 Milliarden Euro. Mit 492 Millionen Euro musste Talanx auch in der Erstversicherung fast doppelt so viel für Großschäden bezahlen wie ein Jahr zuvor. Im Gesamtkonzern stiegen die Prämieneinnahmen 2017 zwar um sechs Prozent auf 33,1 Milliarden Euro. Im Schaden- und Unfallgeschäft reichten sie dennoch nicht aus, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken.

Die Aktionäre sollen je Anteilsschein eine Ausschüttung von 1,40 Euro erhalten. Das sind 5 Cent mehr als ein Jahr zuvor und mehr als im Schnitt von Analysten erwartet. Hauptnutznießer der erhöhten Dividende ist der Haftpflichtverband der Deutschen Industrie (HDI), dem rund 79 Prozent der Talanx-Aktien gehören. Die Dividende soll auch im laufenden Jahr zumindest stabil bleiben.

Mitteilung

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