Talentförderung: BMW an der Spitze

- München - Wie werden Unternehmen erfolgreicher? Indem Sie die größten Talente unter ihren Mitarbeitern gezielt fördern und für Spitzenpositionen vorbereiten. Das ist das Ergebnis einer Studie der Beratungsfirma Hewitt Associates und ein blamables Zeugnis für die deutsche Wirtschaft. Nur ein Unternehmen schaffte es unter die besten zehn in Europa: BMW.

<P>Der Münchner Autokonzern schaffte es allerdings gleich an die Spitze: Platz 2, nur knapp geschlagen von dem französischen Konzern L'Oréal und dicht gefolgt vom finnischen Handy-Giganten Nokia. Vier der zehn Besten kommen aus Großbritannien, je eines aus der Schweiz, Spanien und Italien (siehe Kasten).</P><P>Die wichtigsten Kennzeichen für gute Nachwuchsförderung nach der Hewitt-Studie:</P><P>Sie ist Chefsache. Neun der zehn Spitzenplätze gingen an Unternehmen, in denen sich der Chef persönlich um den Nachwuchs kümmert und aktiv in die Führungskräfte-Entwicklung eingebunden ist.</P><P>Alle zehn planen die Besetzung von Spitzenpositionen langfristig. Die entsprechende Führungskräfte werden gezielt auf die möglichen Herausforderungen vorbereitet und trainiert.</P><P>Wichtiger ist aber ist die Beteiligung der Bosse. "Der Einsatz der Unternehmensleitung hat sich im Rahmen der Studie als kritischer Faktor herausgestellt", sagt Hewitt-Geschäftsführer Piotr Bednarczuk.</P><P>Klingt einleuchtend, ist aber alles andere als selbstverständlich in Deutschland. Dabei ist die Förderung des Führungsnachwuchses zumindest ein Teil des unternehmerischen Erfolgsrezepts. Bestnoten in dieser Disziplin gehen immer mit überdurchschnittlichem Erfolg einher. "Die Entwicklung und Förderung von Top-Talenten im eigenen Unternehmen zahlt sich aus", zieht Tom Lamberty, Leiter der Hewitt-Studie in Deutschland, sein Fazit.</P><P>Das gilt auch in Amerika, wo sich IBM mit Johnson & Johnson den ersten Platz der Studie teilt, dahinter folgen General Electric und Colgate-Palmolive.</P><P>Wie aber sieht es im einzig vorbildlichen deutschen Unternehmen aus? Bei BMW gibt es für jeden Mitarbeiter einmal jährlich ein Beurteilungsgespräch. Dabei wird über Ziele gesprochen, Möglichkeiten der Weiterbildung und über Karrierechancen. Bei außertariflichen Mitarbeitern wird auch noch das Umfeld einbezogen. Soll jemand auf einen Posten bleiben, wo er gut eingearbeitet wird, oder wechseln? Hat ein Mitarbeiter Führungsqualitäten oder ist er eher für eine nur fachbezogene Karriere geeignet? So werden Talente gesucht und Entwicklungsmöglichkeiten ausgelotet.</P><P>Dabei beginnt die Karriere-Förderung schon in der Werkstatt. 75 besonders aussichtsreiche Abiturienten werden in einem fünfjährigen Programm zum Facharbeiter ausgebildet und absolvieren parallel ein Hochschul-Studium. In der Ausbildung enthalten ist ein Auslandsaufenthalt.</P><P>Jedoch ist das Training mit einem Abschluss nicht vorbei. Alle Hochschulabsolventen, die bei BMW einsteigen, bekommen anders als bei "Trainee-Programmen" eine Planstelle und sind damit im Betrieb eingebunden. Sie sollen aber gleichzeitig über das Berufsanfänger-Programm "Drive" einen Überblick über das Unternehmen bekommen und gezielt nach ihren Fähigkeiten weiter gefördert werden.<BR></P>

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