Talfahrt auf dem Bau geht weiter

- Berlin - Die Bautätigkeit in Deutschland ist im ersten Quartal dieses Jahres kräftig eingebrochen. Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20,4 Prozent gesunken, während sich die Zahl der Beschäftigten um 8,9 Prozent auf 670 000 verringert habe, teilte der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Hans-Peter Keitel, am Mittwoch beim Tag der Deutschen Bauindustrie in Berlin mit.

Auch wenn der Rückgang zu Jahresbeginn wegen des kalten März und der geringeren Zahl von Arbeitstagen relativiert werden müsse, werde die Branche auch im Rest des Jahres noch nicht die Talsohle verlassen, sagte Keitel. Erst 2006 rechne er mit einer Trendwende nach elf Jahren Baurezession.<BR><BR>Für das Gesamtjahr erwartet der Verband einen Umsatzrückgang um 4,5 Prozent und eine Verringerung der Zahl der Beschäftigten um 47 000 auf 720 000. "Seit dem Boom 1994/95 ist damit die Hälfte der Arbeitsplätze im Bauhauptgewerbe weg gefallen", sagte Keitel. Allerdings habe die deutsche Bauindustrie ihren Platz als Nummer drei auf den Weltbaumärkten hinter Schweden und den USA behaupten können. Sie habe "unbestreitbare Stärken" wie ihre technischen Fähigkeiten und ihre Managementkompetenz. Die deutsche Bauindustrie könne international nicht in reinem Preiswettbewerb bestehen und habe sich deshalb erfolgreich auf technisch anspruchsvolle Projekte des Infrastrukturbaus und des Wirtschaftsbau spezialisiert.<BR><BR>Hoffnung schöpft die Branche nach den Worten Keitels vor allem aus den neuen Möglichkeiten, sich im Rahmen von Öffentlich-Privaten Partnerschaften (PPP) an Infrastrukturprojekten zu beteiligen. "Es gibt einen gigantischen Bedarf, und es gibt die Öffnung für private Finanzierung. Das ist es, was uns optimistischer macht als in früheren Jahren", sagte Keitel. Er rechne auch wieder mit einer Belebung des Neubaus von Miet- und Eigentumswohnungen. Denn spätestens seit 2001 seien nicht mehr genügend Wohnungen fertig gestellt worden.<BR><BR>Von der Politik forderte der Verbandspräsident eine Unternehmenssteuerreform sowie Maßnahmen zur Senkung der Lohnnebenkosten. Dabei müsse vor allem die Kostenexplosion in der Unfallversicherung gestoppt werden. Eine Abschaffung der Eigenheimzulage sei nur hinnehmbar, wenn im Zuge einer großen Steuerreform das Steuersystem vereinfacht und die Unternehmen entlastet würden.

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