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Die Geschäfte der Maschinenbauer gehen schlechter, nun hoffen sie auf Gegenwind. Foto: Marijan Murat/dpa

Weniger Aufträge im Oktober

Talfahrt im Maschinenbau geht weiter

Die exportorientierte Maschinenbauindustrie leidet unter globalen Handelskonflikten und der Konjunkturabkühlung. Ob der Gegenwind bald nachlässt, ist fraglich.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Auftragsflaute hat die deutschen Maschinenbauer weiter fest im Griff. Nach einer kleinen Entspannung im September beschleunigte sich der Rückgang der Bestellungen wieder.

Im Oktober lagen die Aufträge real um elf Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats. Im September hatte es noch ein Minus von vier Prozent gegeben.

"Die jüngsten Hoffnungszeichen auf ein Ende der konjunkturellen Talfahrt in der deutschen Industrie machen sich noch nicht in den Auftragsbüchern der Maschinenbauer bemerkbar", erläuterte Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA, in Frankfurt.

Zunächst müsse man abwarten, wie nachhaltig die Signale auf ein Ende des Konjunkturabschwungs seien, oder ob sie nicht wieder durch einen Tweet von US-Präsident Donald Trump oder andere Ereignisse gestört würden, sagte Wiechers.

Bis sich eine wirtschaftliche Erholung dann in den Auftragsbüchern der Maschinenbauer und anschließend beim Umsatz niederschlage, dauere es erfahrungsgemäß eine Weile.

Ein zweistelliges Minus gab es im Oktober sowohl bei den Bestellungen aus dem Inland als auch aus dem Ausland. "Wir erleben auf vielen Feldern im Maschinenbau, dass Kunden ihre Investitionen zurückhalten. Grund dafür ist eine anhaltende Verunsicherung, wie es mit der Weltkonjunktur kurz- und mittelfristig weitergeht", sagte Wiechers.

Die exportorientierte deutsche Schlüsselindustrie bekommt diese Verunsicherung durch internationale Handelskonflikte, die Abkühlung der Weltkonjunktur sowie den Strukturwandel in der Autoindustrie deutlich zu spüren. Seit Jahresbeginn sind die Aufträge stetig gesunken.

Auch der Export schwächelt inzwischen. In den ersten neun Monaten legten die Ausfuhren einschließlich Preiserhöhungen (nominal) lediglich um 0,6 Prozent auf 134,6 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, wie der VDMA jüngst berichtet hatte. Ob es im Gesamtjahr ein Plus gibt, scheint fraglich. Im Laufe des Jahres hatte sich die Lage zunehmend verschlechtert.

Für dieses und das kommende Jahr rechnete der VDMA angesichts der schwachen Daten zuletzt mit einem Produktionsrückgang von jeweils 2 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte die Industrie mit deutlich mehr als einer Million Beschäftigten noch ein Plus von gut 2 Prozent erzielt.

Presseseite VDMA

Erläuterungen von Chefvolkswirt Wiechers auf Youtube

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