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Lindners Tank-Rabatt: So viel kostet er den Staat - und so viel sparen Verbraucher

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Von: Patricia Huber

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Die Preisanzeige an einer Tankstelle
Christian Lindner möchte mit einem Tank-Rabatt die Verbraucher entlasten. © Wolfgang Maria Weber/Imago Images

Finanzminister Christian Lindner möchte Autofahrern mit einem Tank-Rabatt unter die Arme greifen. Aber was bedeutet das für den Fiskus und für die Rechnung an der Tankstelle? Eine Übersicht.

Berlin - Mit einem Tank-Rabatt möchte Bundesfinanzminister Christian Lindner die Verbraucher entlasten. Aufgrund des Ukraine-Krieges* sind die Preise für Diesel und Benzin in den vergangenen Wochen enorm gestiegen. Preise über zwei Euro sind mittlerweile überall Standard. Länder wie Polen, Schweden oder die Niederlande haben bereits mit Steuersenkungen reagiert.

Tank-Rabatt: Lindner möchte schnelle Hilfe an der Zapfsäule

Doch Deutschlands Politik hat andere Pläne. Anstelle einer Steuersenkung möchte Lindner einen Tank-Rabatt gewähren. Er sei schneller umzusetzen und es seien stärkere Rabatte möglich, sagte der FDP*-Politiker am Montag in Berlin. Bürger und Gewerbetreibende, die auf das Auto angewiesen seien, sollten sehr schnell unterstützt werden. Auf eine Spritpreisbremse per Steuersenkung müssten die Menschen Wochen oder Monate länger warten, weil Gesetzgebung in Deutschland und gegebenenfalls auch europäisches Recht verändert werden müsse.

Der Zuschuss beim Tanken lasse sich auch ohne viel Bürokratie umsetzen, sagte Lindner. Es sei nicht beabsichtigt, dass einzelne Tankquittungen beim Staat abgerechnet werden. Vielmehr solle der Staat mit den Mineralölgesellschaften „auf der Basis der Gesamtmenge an Sprit“ agieren. „Der Krisen-Rabatt ist schneller, höher und bürokratieschonend und kann deshalb einen wichtigen Beitrag zur Entlastung befristet leisten“, sagte Lindner. An der Zapfsäule bleibe der Preis stehen, wie er jetzt sei, der Rabatt werde dann auf der Tankrechnung ausgewiesen.

Tank-Rabatt: So viel würden Verbraucher sparen

Laut ADAC liegt der Durchschnittspreis für Benzin heute (14. März) bei 2,20 Euro. Der Liter Diesel kostet 2,30 Euro. Wer also einen 60 Liter Tank vollmacht, zahlt für Benzin demnach etwa 132 Euro und für Diesel 138 Euro. Mit Lindners Tank-Rabatt von zehn Cent wären es für Benzin immer noch 126 Euro und für Diesel 132 Euro. Bei 20 Cent müsste man 120 Euro für den vollen Benzin-Tank und 126 Euro für den Diesel-Tank blechen. Somit würde man sich also insgesamt zwölf Euro sparen. Immer noch eine Menge Geld – besonders wenn man beachtet, welche großen Preissprünge in den letzten Wochen beobachtet wurden.

„Der Staat darf die Bürgerinnen und Bürger und die Wirtschaft mit steigenden Preisen nicht allein lassen“, betonte Lindner. Es müsse ein neues Entlastungspaket geben. Auch eine höhere Einmalzahlung für Grundsicherungsempfänger* und andere Maßnahmen sollten geprüft werden. Der Tank-Zuschuss für Diesel und Benzin würde laut Lindner bei einer Entlastung um zehn Cent 550 Millionen Euro Steuergeld pro Monat kosten. Es sei aber klar, dass zehn Cent und ein Monat Entlastung nicht ausreichten, entsprechend teurer werde die Maßnahme. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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