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Tankrabatt: Das müssen Sie jetzt wissen

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Von: Lisa Mayerhofer

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Autoschlange an einer Tankstelle: Der Tankrabatt ist am Mittwoch in Kraft getreten und soll Autofahrer durch niedrigere Spritpreise entlasten. 
Der Tankrabatt ist am Mittwoch in Kraft getreten und soll Autofahrer durch niedrigere Spritpreise entlasten. (Symbolfoto) © Patrick Pleul/dpa

Der Tankrabatt ist am Mittwoch in Kraft getreten und soll Autofahrer durch niedrigere Spritpreise entlasten. Eine Übersicht über die wichtigsten Fragen.

München – Seit Mittwoch Mitternacht greift die von der Regierung beschlossene Senkung der Energiesteuer, die Autofahrer vorübergehend entlasten soll. Der Tankrabatt ist Teil des Entlastungspakets der Ampel-Koalition und soll die stark gestiegenen Spritpreise abfedern. Doch werden Benzin und Diesel jetzt tatsächlich günstiger? Eine Übersicht über die wichtigsten Fragen zum Tankrabatt.

Wie funktioniert der Tankrabatt?

Für den Tankrabatt wird die Energiesteuer auf Kraftstoffe ab Juni für drei Monate gesenkt. Damit soll Benzin laut Bundesfinanzministerium um 35,2 Cent billiger werden, Diesel um 16,7 Cent. Allerdings gibt es Befürchtungen, dass die Ölkonzerne die Preise womöglich nicht im gleichen Maße senken. Das Bundeskartellamt soll die Preisentwicklung an den Zapfsäulen deshalb auf Wunsch der Regierung genau im Auge behalten.

Wie lange gibt es den Tankrabatt?

Der Tankrabatt ist um Mitternacht zum Mittwoch, den 1. Juni, in Kraft getreten und gilt nun drei Monate: Juni, Juli und August 2022. Ab September wird die Energiesteuer wieder auf das vorherige Maß angehoben.

Tankrabatt: Werden Benzin und Diesel ab sofort günstiger?

Wie genau sich der Tankrabatt auf die Benzin- und Dieselpreise auswirkt, ist schwer vorherzusagen und auch umstritten. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat vergangene Woche nicht ausgeschlossen, dass der Tankrabatt unter Umständen zu höheren Spritpreisen führen kann – „wenn alle am 1. Juni zur Tankstelle fahren“. Dann sei die Nachfrage noch viel größer „und das Benzin wird auf einmal ein noch kostbareres Gut und dann haben wir den Preis gesenkt, aber in Wahrheit geht er nach oben“, sagte Habeck am Freitag gegenüber ntv.

Nun sieht es aber so aus, als ob die Steuersenkung tatsächlich bei den Verbrauchern ankommt. Das legt zumindest eine Schnellauswertung der Preise an rund 400 Tankstellen in München, Berlin und Hamburg zwischen 6:00 Uhr und 7:00 Uhr am 1. Juni nahe, die von der Deutschen Presse-Agentur mithilfe der Spritpreis-Daten des ADAC durchgeführt wurde. Zwar haben nicht alle Tankstellen ihre Preise stark gesenkt, bei der überwiegenden Mehrheit ergab sich allerdings bereits wenige Stunden nach der Steuersenkung ein klarer Unterschied.

So kostete am Mittwoch bei rund 350 der untersuchten Tankstellen der Liter Super E10 weniger als 1,90 Euro. Im gleichen Zeitraum am Dienstag hatte es im untersuchten Bereich nur eine einzige Tankstelle gegeben, die E10 für weniger als zwei Euro anbot.

Bei der Mehrheit lag der Preis damals zwischen 2,10 und 2,30 Euro. Der theoretische Preisunterschied für Superbenzin durch die Steuerentlastung läge also bei 35 Cent pro Liter. Das liegt angesichts der vorliegenden Daten grob abgeschätzt in Reichweite der Senkungen. Für eine genauere Bewertung des Tankrabatts ist es allerdings noch zu früh.

Wie teuer war der Sprit vor Beginn des Tankrabatts?

In der Woche zuvor sind die Preise an den Tankstellen noch einmal deutlich angestiegen. Der Benzinpreis stieg im Wochenvergleich um 6,1 Cent, beim Diesel betrug das Plus fünf Cent, wie der ADAC am Mittwoch mitteilte. Ein Liter Benzin kostete somit durchschnittlich 2,151 Euro, der Dieselpreis lag im Schnitt bei 2,044 Euro.

Grund für die hohen Tankkosten waren laut ADAC die weiterhin hohen Preise an den internationalen Ölmärkten. Auch im gesamten Monat Mai waren die Spritpreise demnach hoch: Benzin kostete im Schnitt 2,064 Euro, der Preis lag damit nur einen halben Cent unter dem bisherigen Rekordmonat März mit 2,069 Euro pro Liter. Diesel kostete im Mai durchschnittlich 2,033 Euro pro Liter. Im Rekordmonat März hatte Diesel mit 2,14 Euro pro Liter noch knapp elf Cent mehr gekostet.

Welche Maßnahmen des Entlastungspakets sind noch in Kraft getreten?

Neben dem Tankrabatt können die Deutschen ab Mittwoch auch verbilligt mit dem ÖPNV fahren. Mit dem Neun-Euro-Ticket können Fahrgäste von Juni bis August für neun Euro monatlich im Nahverkehr Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen sowie Fähren nutzen, im Regionalverkehr S-Bahnen, Regionalbahnen und Regionalexpress-Züge, und zwar deutschlandweit. (lma/dpa)

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