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Tankrabatt: Wann er kommt und um wie viel billiger Super, Benzin und Diesel werden

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Von: Lisa Mayerhofer

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Eine Frau tankt Super E10: Der Tankrabatt für die Deutschen wird nach den Plänen der Ampel-Koalition zur Urlaubszeit kommen. (Symbolbild)
Der Tankrabatt für die Deutschen wird nach den Plänen der Ampel-Koalition zur Urlaubszeit kommen. (Symbolbild) © Wolfgang Maria Weber/Imago

Der Tankrabatt soll laut Ampel-Koalition rechtzeitig zur Urlaubszeit kommen. Doch wie sich die Senkung der Energiesteuer auf die Spritpreise auswirkt, ist umstritten.

Berlin – Das Bundeskabinett hat wegen der stark gestiegenen Energiepreise am Mittwoch ein milliardenschweres Entlastungspaket beschlossen. Ein wichtiger Bestandteil ist der Tankrabatt für die Autofahrer, die in den vergangenen Monaten deutlich mehr für Benzin und Diesel berappen mussten.

Die Spritpreise sind im Zuge des Ukraine-Kriegs im März auf ein Rekordhoch geklettert: Verbraucher mussten laut Statistischem Bundesamt an den Tankstellen durchschnittlich 41,9 Prozent mehr für Superbenzin und 62,6 Prozent mehr für Diesel zahlen als ein Jahr zuvor. Kraftstoffe insgesamt verteuerten sich um 47,4 Prozent. Laut ADAC erreichte Super E10 am 14. März seinen Höhepunkt mit 2,203 Euro im bundesweiten Tagesdurchschnitt. Und mit 2,321 Euro pro Liter war Diesel am 10. März am teuersten.

Tankrabatt: Steuerentlastung für Benzin und Diesel kommt im Sommer

Der Tankrabatt soll nun dafür sorgen, dass Benzin und Diesel an der Zapfsäule billiger werden. Das erreicht die Ampel-Koalition dadurch, dass sie die Energiesteuer auf Kraftstoffe auf das europäische Mindestmaß absenkt. Dabei beträgt die Steuerentlastung für Benzin knapp 30 Cent pro Liter, für Diesel sind es 14 Cent pro Liter. Konkret soll der Tankrabatt 2022 für drei Monate gelten – nämlich von Juni bis August. Danach wird die Energiesteuer wieder auf das vorherige Maß angehoben.

Wie genau sich die Absenkung der Energiesteuer auf die Spritpreise auswirkt, ist indes umstritten. Experten befürchten, dass staatliche Maßnahmen wie der Tankrabatt den Wettbewerbsdruck auf die Konzerne hemmt. Das heißt, dass diese durch die staatliche Hilfe keinen Anreiz haben, die Preise für die Verbraucher wieder zu senken. Daher kann es sein, dass die Steuersenkung auch nur zum Teil ankommt.

Die Regierung hat allerdings angekündigt, diese Problematik im Auge zu behalten. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat deshalb extra die Befugnisse des Kartellamts erheblich ausgeweitet, damit es die Mineralölkonzerne besser überwachen kann.

Tankrabatt und Spritpreise: Kritik von der Deutschen Umwelthilfe

Dazu ist es schwer vorauszusagen, wie sich die Spritpreise in den Sommermonaten entwickeln. Schon im April sind die Preise für Benzin und Diesel wieder leicht gesunken. Angesichts der Terminpläne werden ab Juni wohl vor allem Urlauber vom Tankrabatt profitieren. Dabei wollte die Ampel-Koalition doch eigentlich Pendlern unter die Arme greifen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert noch einen weiteren Aspekt: Mit einem Tankrabatt heize man den Spritverbrauch und die Abhängigkeit von Russlands Öl sogar noch an, kritisieren die Umweltschützer. Die im Entlastungspaket beschlossenen Maßnahmen gegen die Krise seien „mangelhaft und teils sogar kontraproduktiv“.

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine sei klar, dass zur gleichzeitigen Bewältigung der Sicherheits- und Klimakrise nur eines sofort und effektiv helfe: das sofortige Einsparen von Öl und Gas. Doch das habe die Bundesregierung erneut nicht getan. „Mit dem Verzicht auf ein Tempolimit, das pro Jahr 3,7 Milliarden Liter Benzin und Diesel spart, können wir ab heute nur noch von einem staatlich geförderten Schaurasen gegen den Klimaschutz und für die Finanzierung der russischen Regierung sprechen“, sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Mit Material der dpa und AFP

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