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Tankrabatt zum 1. Juni: Automobilclub rät - Nicht zu früh tanken

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Von: Markus Hofstetter

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Die Politik will ab dem 1. Juni Autofahrer mit dem sogenannten Tankrabatt entlasten. Doch die Tankstellen könnten sich mit Preissenkungen länger Zeit lassen als erhofft.

Stuttgart/München - Auf den 1. Juni freuen sich viele Autofahrer in Deutschland. Denn ab diesem Datum gilt bundesweit der Tankrabatt, der den Spritpreis senken soll. Für Diesel wird die Energiesteuer um rund 14 Cent pro Liter reduziert, für Benzin um etwa 29,50 Cent pro Liter. Rechnet man die eingesparte Mehrwertsteuer hinzu, sind es laut Bundesfinanzministerium sogar 16,7 Cent pro Liter Diesel und bei 35,2 Cent pro Liter Benzin.

Folge des Ukraine-Krieges: Spritpreise fahren Achterbahn

Die für drei Monate gültige Steuersenkung kommt zur rechten Zeit. Denn im Verlauf des Ukraine-Konfliktes haben die Spritpreise eine regelrechte Achterbahnfahrt hingelegt. Vor allem zu Beginn des Krieges, von Ende Februar bis Mitte März, verteuerte sich Super E10 laut ADAC um rund 45 Cent je Liter, Diesel schnellte sogar um rund 65 Cent nach oben.

Laut einer aktuellen Auswertung des Automobilclubs kostete ein Liter Super E10 am 17. Mai im bundesweiten Mittel immer noch 2,09 Euro, 5,4 Cent mehr als in der Vorwoche. Gegenläufig ist die Entwicklung bei Diesel. Für einen Liter müssen Autofahrer im Schnitt knapp 2,03 Euro bezahlen, das sind 2,1 Cent weniger als vor Wochenfrist.

Tankstelle mit Zapfstelle
Autofahrer können sich nicht darauf verlassen, dass sie pünktlich zum 1. Juni billiger tanken können © MANUEL GEISSER/Imago

Tankrabatt könnte nicht überall sofort umgesetzt werden

Damit wäre der Tankrabatt, der unter Experten umstritten ist, eine beträchtliche Entlastung für Autofahrer. Doch die Freude an der Zapfsäule könnte sich etwas verzögern. Wer pünktlich zum Start des Rabatts günstig seinen Tank füllen will, könnte bitter enttäuscht werden. Der Auto Club Europa (ACE) hat mitgeteilt, dass der Rabatt nicht gleichzeitig an allen Tankstellen in Deutschland umgesetzt werden könnte.

Bei einem Ansturm auf die Tankstellen könnten die Preise nur zögerlich fallen, da die Nachfrage den Preise bestimmt. Bis der Sprit spürbar günstiger ist, könnten sogar einige Tage vergehen. Daher empfiehlt der ACE, sich zum Monatsbeginn zurückzuhalten und erst nach dem großen Ansturm zu tanken, wenn sich die Lage beruhigt hat und die Preise auf dem günstigeren Niveau eingependelt haben. Für Abwarten spricht auch, dass die Tankstellenbranche mögliche Engpässe an den Zapfsäulen ab dem 1. Juni nicht ausschließen kann.

Tankrabatt: Nur größere Tankstellenketten könnte Spritpreis sofort senken

Der Vorsitzende des Verbands Freier Tankstellen nennt einen weiteren Grund, warum die Spritpreise nicht direkt zum 1. Juni sinken müssen. „Tankstellenbetreiber müssten den Steuernachlass nicht sofort an die Verbraucher weitergeben,“ so Duraid El Obeid zum Onlinemagazin Business Insider.

El Obeid geht aber davon aus, dass größere Tankstellenketten den Rabatt sofort „am Preismast zeigen werden“. Bei kleineren Tankstellenunternehmen erwarte er jedoch, dass nicht alle den ganzen Rabatt weitergeben werden beziehungsweise möchten. Grund sei der damit verbundene Verlust.

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