Tarifabschluss im Einzelhandel

- München - Nach neunmonatigen Verhandlungen und zahlreichen Warnstreiks haben sich die Tarifparteien auf einen Abschluss für die 330 000 Beschäftigten des bayerischen Einzelhandels geeinigt. Die Einigung sehe ein Prozent mehr Geld ab dem 1. Dezember 2006 sowie Einmalzahlungen von insgesamt 275 Euro für 2006 und 2007 vor, teilte der Landesverband des bayerischen Einzelhandels (LBE) am Montag in München mit. Damit orientieren sich Arbeitgeber und Gewerkschaft auch in Bayern am Berliner Pilotabschluss. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von zwei Jahren.

Die Einmalzahlungen können laut LBE durch betriebliche Vereinbarungen vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens abhängig gestaltet werden. Damit habe man "tarifpolitisches Neuland im Einzelhandel" betreten. Die Arbeitgeber zeigten sich erleichtert über die Einigung. "Ich bin froh, dass die Kuh endlich vom Eis ist", sagte Tarifgeschäftsführer Martin Aigner. Beide Seiten seien bis an die Grenze ihrer Kompromissfähigkeit gegangen.

Arbeitgeber und Gewerkschaft einigten sich auch auf einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung. Auf diesem Weg soll es Betrieben zur Vermeidung von Notlagen ermöglicht werden, in Einzelfällen von den Tarifverträgen nach unten abzuweichen.

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