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Beschäftigte demonstrieren auf dem Schlossplatz in Stuttgart: Bundesweit laufen derzeit Tarifgespräche für den Einzelhandel. Foto: Bernd Weißbrod

Tarifeinigung beim baden-württembergischen Einzelhandel

Der erste Durchbruch in den bundesweiten Einzelhandels-Tarifgesprächen ist geschafft. In Baden-Württemberg bekommen die Beschäftigten mehr Lohn. Nun muss sich zeigen, wie es in den anderen Bundesländern weitergeht.

Korntal-Münchingen/Stuttgart (dpa) - Die Tarifverhandlungen im Einzelhandel haben zu einer ersten Einigung geführt. In Baden-Württemberg haben sich die Arbeitgeber und Gewerkschaft am Donnerstagabend auf eine Lohnerhöhung geeinigt.

Rückwirkend zum 1. Juli 2015 gibt es eine Erhöhung von 2,5 Prozent, wie Gewerkschaft Verdi und Arbeitgeber mitteilten. Ab 1. April 2016 soll es noch einmal zwei Prozent mehr geben. Außerdem werde die Vergütung der Auszubildenden angepasst.

Bundesweit laufen derzeit Tarifgespräche für den Einzelhandel - begleitet von Kundgebungen und Warnstreiks. In Dresden und Leipzig mobilisierte Verdi am Donnerstag Beschäftigte im Einzelhandel zu Warnstreiks. Die nächsten Gespräche finden am Freitag nach Gewerkschaftsangaben in Hessen statt. In Nordrhein-Westfalen hatten die Arbeitgeber ihr Angebot erst vergangene Woche nachgebessert, doch Verdi lehnte ab.

In Baden-Württemberg kam nun die erste Einigung zustande. "Es wird nicht nur zufriedene Gesichter geben", sagte die Geschäftsführerin des Einzelhandelverbandes im Südwesten, Sabine Hagmann, nach der Verhandlung. Der Abschluss sei für viele Händler sehr hoch. Ein Verdi-Sprecher sprach von einem tragfähigen Kompromiss. Unter dem Strich erhielten die Beschäftigten mit dem Abschluss auch 2016 eine gute Reallohnsteigerung.

Verdi hatte für die rund 490 000 Beschäftigten im Südwest-Einzelhandel ursprünglich pro Stunde einen Euro mehr gefordert. Das entspräche der Gewerkschaft zufolge bei einigen Beschäftigten einer Erhöhung von sieben Prozent. Die Arbeitgeber hatten am Donnerstag ihr Angebot noch einmal deutlich nachgebessert. Ihr erstes Angebot hatte bei 1,5 Prozent mehr Geld neben einer Einmalzahlung von 215 Euro gelegen. Die Arbeitgeber hatten am Donnerstag schon ein neues Angebot auf den Tisch gelegt, dann aber noch einmal nachgebessert und unter anderem für 2016 auf Nullmonate, in denen die Erhöhung aufgeschoben wird, verzichtet.

Schon 2013 hatten die Tarifparteien in Baden-Württemberg die erste Einigung geschafft - allerdings nach acht Verhandlungsmonaten. Die anderen Tarifbezirke müssen nun entscheiden, ob sie sich an dem Abschluss orientieren.

Verhandlungsrunden bundesweit

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