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Tarifkonflikt bei der Bahn: Erste Anzeichen für Entspannung

Frankfurt/Berlin - Erste Entspannung im Tarifkonflikt der Bahn: Nach einem neuen Angebot der Deutschen Bahn AG wollen die Gewerkschaften Transnet und GDBA am Sonntag weiter verhandeln. Beide setzten auch ihre Protestaktionen aus. Die Lokführer-Gewerkschaft kündigte dagegen neue Warnstreiks an.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer kam bei einem Spitzengespräch mit Bahnchef Hartmut Mehdorn ihrem Ziel eines eigenen Tarifvertrags nicht näher und kündigte für nächste Woche einen neuen Warnstreik an. Am Donnerstag lief der Zugverkehr erstmals in dieser Woche wieder gänzlich ungestört.

Drei Tage nach Beginn der Bahnstreiks legte die Deutsche Bahn AG das neue Angebot für die 134 000 Beschäftigten des Konzerns vor. Es sieht Lohn- und Gehaltserhöhungen von 3,4 Prozent und eine Sonderzahlung von 450 Euro sowie eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 40 Stunden vor. Transnet und GDBA halten auch die neuen Vorschläge noch nicht für ausreichend, erkannten aber an, dass es sich um ein verbessertes Angebot handelt, und vereinbarten in Berlin die Fortsetzung der Gespräche am Sonntag.

Parallel dazu sprach Bahnchef Mehdorn in Frankfurt persönlich mit dem Vorsitzenden der Lokführergewerkschaft (GDL), Manfred Schell. Dieser lehnte auch das neue Angebot ab und beharrte erneut auf einem eigenen Tarifvertrag mit wesentlich höheren Einkommensanhebungen für die Lokomotivführer. Die Verhandlungen mit der GDL sollen am kommenden Freitag weitergehen, zuvor will sie nach den Worten Schells ihre Kampfkraft mit einem weiteren Warnstreik unter Beweis stellen. Dieser werde im Interesse der Fahrgäste wieder rechtzeitig angekündigt.

Die Verhandlungsführerin des Bahnvorstands, Margret Suckale, sprach in Berlin von einem guten und fairen Angebot. "Für uns steht die Politik der sicheren Arbeitsplätze im Vordergrund. Deshalb streben wir weiterhin einen moderaten Abschluss an", betonte sie. Schließlich dürfe das mit den Gewerkschaften vereinbarte Beschäftigungsbündnis nicht gefährdet werden, das betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2010 ausschließt.

Die größte Bahngewerkschaft Transnet wertete den Vorschlag als eine Verbesserung, will aber ihre Forderungen in den weiteren Verhandlungen offensiv vertreten, wie Unterhändler Alexander Kirchner sagte: "Die Prozente reichen nicht." Transnet und GDBA hatten ursprünglich eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent gefordert, die Bahn hatte zunächst nur zwei Prozent und eine Einmalzahlung von 300 Euro angeboten.

Die beiden Gewerkschaften zeigten sich nach dem neuen Vorschlag der Bahn zuversichtlich, dass ein Abschluss möglich sei. GDBA-Vorstandsmitglied Heinz Fuhrmann sagte mit Blick auf die Warnstreiks, es sehe so aus, dass die Arbeitgeber die Signale begriffen hätten. Das Verhalten der Lokführergewerkschaft und deren neue Streikankündigung kritisierten Transnet und GDBA.

GDL-Chef Schell betonte dagegen, seine Organisation werde einen Tarifabschluss der beiden größeren Gewerkschaften mit dem Bahnvorstand keinesfalls unterzeichnen. "Wir wollen nicht, dass andere bestimmen, was das Fahrpersonal zu tun und zu lassen hat", fügte er hinzu. Die Gewerkschaft wolle wegkommen von einer miesen Bezahlung von 1500 Euro netto für die Lokführer. "2500 Euro brutto Anfangsgehalt ist die Forderung", sagte Schell.

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