Tarifkonflikt bei der Bahn: Signale stehen auf Warnstreik

Berlin - Im Tarifkonflikt der Deutschen Bahn ist kurz vor Ende der Friedenspflicht noch keine Bewegung erkennbar. Der Konzern und die Gewerkschaften Transnet und GDBA unternehmen am heutigen Samstag in dritter Verhandlungsrunde einen neuen Einigungsversuch. Unabhängig davon ist bereits am Montag mit Warnstreiks zu rechnen.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat solche Aktionen angekündigt und will am Montag über Einzelheiten informieren. Die GDL will einen eigenen Tarifvertrag für Lokführer und Zugbegleiter durchsetzen und nimmt bislang nicht an den Tarifverhandlungen teil.

Transnet und GDBA fordern für die rund 134 000 Beschäftigten ein Einkommensplus von sieben Prozent für zwölf Monate, mindestens jedoch 150 Euro im Monat. Die Bahn hat Erhöhungen von jeweils 2,0 Prozent zum 1. Januar 2008 und zum 1. Juli 2009 vor sowie eine Einmalzahlung von 300 Euro für die zweite Hälfte dieses Jahres angeboten.

Transnet-Vorstandsmitglied Alexander Kirchner nannte das Angebot angesichts sprudelnder Gewinne der Bahn "geradezu beschämend". Es bedeute auf zwölf Monate gerechnet eine Einkommenserhöhung von etwa 1,6 Prozent. Sofern die Bahn nicht mehr biete, würden die Gespräche am Samstag "ein schnelles Ende haben", sagte er. In diesem Fall will die gemeinsame Tarifkommission von Transnet und GDBA am Sonntag über Warnstreiks beraten.

Er hoffe, "dass wir eine Lösung finden oder uns zumindest auf eine Lösung hinbewegen", sagte Kirchner. "Wir sind nicht auf Krawall aus." Die von der Bahn angestrebte Vertragslaufzeit von mindestens 30 Monaten nannte Kirchner unannehmbar. Über einen Vertrag, der länger als zwölf Monate gelte, könne man jedoch reden, wenn die Höhe des Abschlusses stimme.

Bahn-Personalvorstand Margret Suckale appellierte an die Gewerkschaften, "konstruktiv und mit Augenmaß" zu verhandeln und damit einen Streik abzuwenden. Das am Dienstag vorgelegte Angebot lasse die Bahnmitarbeiter am wirtschaftlichen Erfolg teilhaben. "Wir können uns eine Erhöhung des Angebots vorstellen, wenn zugleich produktivitätssteigernde Maßnahmen vereinbart werden", sagte sie. Längere Arbeitszeiten haben Transnet und GDBA bislang abgelehnt.

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