Tarifkonflikt überschattet Weihnachtsgeschäft

- Düsseldorf - Der Tarifkonflikt im Einzelhandel wird nach Einschätzung der Arbeitgeber das Weihnachtsgeschäft überschatten. "Aus Gewerkschaftssicht ist das Weihnachtsgeschäft verlockend, um Druck auf den Verhandlungspartner auszuüben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Nordrhein-Westfalen, Heinz Trompetter, in einem dpa-Gespräch. Der Verband gehe realistischer Weise davon aus, dass die umsatzstärkste Zeit des Jahres in der Branche von Arbeitskampfmaßnahmen begleitet wird.

An diesem Dienstag wird im Hamburger Einzelhandel erneut verhandelt. Weitere Tarifrunden sind laut Dienstleistungsgewerkschaft ver.di im November in Sachsen-Anhalt (11.11.), Schleswig-Holstein (25.11.), Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen (jeweils am 29.11.) und in Bayern (30.11.) geplant.

Bisher sei in keiner der regionalen Verhandlungsrunden, die im April 2005 begannen ein Fortschritt erreicht werden, stellt ver.di fest. Seit Juni 2005 gab es in mehreren Tarifbezirken Arbeitsniederlegungen. "Diese werden, wenn nicht endlich Bewegung auf der Arbeitgeberseite feststellbar ist, in den nächsten Wochen erheblich ausgeweitet", heißt es bei ver.di.

NRW-Verbandssprecher Trompetter sagte, "wir werden da durch müssen und hoffen, dass der Kunde nicht all zu viel spürt". Da es in den vergangenen Jahren keine Tarifrunde ohne einen Streik gegeben habe, seien die Arbeitgeber vorbereitet. "Es gibt Notfallpläne. Die Branche ist geübt", schilderte er. Nur selten sei es vorgekommen, dass ein Geschäft wegen Streik tatsächlich habe schließen müssen.

Die Arbeitgeber seien zu Sondierungsgesprächen mit ver.di bereit, zumal es nach der Hamburger Tarifrunde an diesem Dienstag (8. November) neue Lösungsansätze geben könnte. "Das ist ein Tarifbezirk, der sich in den letzten Jahren durch eine gewisse Kreativität ausgezeichnet hat", sagte Trompetter.

Hauptproblem sei, dass für ver.di Öffnungsklauseln im Einzelhandel ein Tabu darstellten. "Öffnungsklauseln würden Unternehmen in schwierigen Zeiten ermöglichen, befristet von Tarifverträgen abzuweichen." ver.di will für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten im deutschen Einzelhandel nur über Lohn- und Gehaltserhöhungen verhandeln und verlangt im Schnitt 3,5 Prozent mehr Geld.

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