Tarifkonflikt in der Versicherungsbranche

- Hamburg - Nach der erfolglosen dritten Verhandlungsrunde verschärft sich der Tarifkonflikt in der Versicherungsbranche. Die Gewerkschaft ver.di werde zu Tagesstreiks übergehen und ihre Warnstreiks und Protestaktionen ausdehnen, kündigte Verhandlungsführer Uwe Foullong am Dienstag in Berlin an. "Wir setzen darauf, dass die Arbeitgeber zur Vernunft kommen", sagte Foullong der dpa.

Sollte die nächste Verhandlungsrunde am 21. Dezember abermals ohne Abschluss enden, seien auch Urabstimmungen und längere Streiks denkbar. Die Tarifparteien hatten ihre Verhandlungen am Montagabend in Hamburg nach sieben Stunden ergebnislos abgebrochen.

Die Gewerkschaft fordert für die rund 240 000 Beschäftigten der Branche eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent. Die Arbeitgeber boten am Montag nach Angaben des Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV) einen Vertrag mit 30monatiger Laufzeit an, der eine lineare Erhöhung der Löhne und Gehälter in zwei Stufen vorsieht. Zudem solle der Samstag regulärer Arbeitstag innerhalb einer Fünf-Tage-Woche sein. "Wir sind völlig auseinander", sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Jörg Müller-Stein. Ver.di sei auf die AGV-Vorstellungen kaum eingegangen.

Für ver.di sei das Angebot der Arbeitgeber, das noch nicht einmal 0,7 Prozent Einkommenssteigerung pro Jahr bedeute, angesichts der guten Gewinnsituation in der Branche nicht akzeptabel, sagte Foullong. Die Arbeitgeberseite berief sich dagegen auf eine Prognose des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), nach der in der Versicherungswirtschaft 2006 nur ein Prämienwachstum von 0,6 Prozent zu erwarten sei.

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