+
Bei der Telekom wird der Tarifkonflikt zunehmend schärfer.

Tarifstreit bei Telekom eskaliert

Bonn - Der seit Wochen anhaltende Tarifkonflikt bei der Deutschen Telekom hat an Schärfe zugenommen. Die Gewerkschaft droht weiter mit Arbeitsniederlegungen.

Die Telekom forderte am Freitag die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auf, ihre “Blockadehaltung aufzugeben und Entrüstungsrituale einzustellen“. Es sei unverantwortlich, dass das Angebot des Managements bislang ohne Diskussion rüde zurückgewiesen worden sei, erklärte Telekom-Personalchef Thomas Sattelberger wenige Tage vor Beginn der vierten Tarifrunde. Er forderte die Gewerkschaft zu ernsthaften Verhandlungen auf.

Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder sprach in dem Zusammenhang von einem “Karnevalsscherz“. Erst den Tarifpartner am Verhandlungstisch zu provozieren und dann über die Medien an seine Vernunft zu appellieren, sei mehr als merkwürdig.

Die Telekom hatte in der dritten Tarifrunde eine Erhöhung der Gehälter für die rund 105 000 Beschäftigten im Inland um 2,17 Prozent angeboten - bei einem Tarifvertrag mit zweijähriger Laufzeit. Verdi fordert dagegen Einkommensverbesserungen von 6,5 Prozent. Das Telekom-Angebot hatte die Gewerkschaft als “Unverfrorenheit“ scharf zurückgewiesen und in den Tagen darauf die bundesweiten Warnstreiks ausgeweitet.

Bis zum Freitag beteiligten sich laut Verdi 65 000 Mitarbeiter der Telekom an den Arbeitsniederlegungen in den vergangenen Wochen. Wenn das Unternehmen diese Signale ernst nehme, müsse sie in der kommenden Woche ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tische legen, forderte Schröder.

Sattelberger sprach dagegen von einem “wegweisenden Vorschlag“ des Unternehmens, der flexible Arbeitszeitmodelle und Beschäftigungsperspektiven mit einer moderaten Löhnerhöhung verbinde. Es gebe die Chance, gemeinsam ein Bündnis für die Zukunft der Telekom zu schmieden. Mit gutem Willen sei ein Kompromiss möglich, unterstrich Sattelberger. Am Karnevalsdienstag und Aschermittwoch kommen die Tarifpartner in Königswinter bei Bonn zur vierten Verhandlungsrunde zusammen. Ob dabei ein Durchbruch erzielt wird, ist ungewiss.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kartellvorwürfe: Durchsuchungen bei BMW in München
Aufregung um deutsche Autobauer: Einem Medienbericht zufolge durchsuchen Ermittler Räumlichkeiten von BMW. Der Grund: Kartellvorwürfe.
Kartellvorwürfe: Durchsuchungen bei BMW in München
Anleger verlässt der Mut - Dax unter 13 000 Punkten
Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt hat zum Wochenschluss doch noch der Mut verlassen. Ungeachtet neuer Rekorde an den US-Börsen gab der Dax …
Anleger verlässt der Mut - Dax unter 13 000 Punkten
Immer mehr Firmen verlegen ihren Sitz aus Katalonien
Madrid (dpa) - Seit der Zuspitzung der Katalonien-Krise Anfang Oktober haben 1185 Unternehmen ihren rechtlichen Sitz in andere spanische Regionen verlegt. Diese Zahl …
Immer mehr Firmen verlegen ihren Sitz aus Katalonien
Verkauf von Teilen Air Berlins an Easyjet noch offen
Nach der Vereinbarung mit Lufthansa wird die Zeit für den Verkauf der übrigen Air-Berlin-Teile knapp. Mit Easyjet wurde die insolvente Fluggesellschaft bislang nicht …
Verkauf von Teilen Air Berlins an Easyjet noch offen

Kommentare