Tarifverhandlungen im bayerischen Einzelhandel ergebnislos

- München - Die dritte Tarifrunde für die 300 000 Beschäftigten des bayerischen Einzel- und Versandhandels hat am Donnerstag keine Einigung gebracht. Die Gespräche seien ohne Ergebnis auf Mitte September vertagt worden, sagte der Tarifgeschäftsführer des Landesverbands Bayerischer Einzelhandel (LBE), Martin Aigner, in München. Die Gewerkschaft ver.di kündigte für den Einzelhandel einen "heißen Herbst" mit weiteren Aktionen an. Bereits in den vergangenen Wochen war es immer wieder zu Warnstreiks gekommen.

Aigner sagte, bei den Gesprächen sei von den Arbeitgebern ein kompletter Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung vorgelegt worden. Darin werde vorgeschlagen, auf betrieblicher Ebene vom Tarifvertrag abweichen zu dürfen. Das sei von der Gegenseite nicht akzeptiert worden. "ver.di hat es abgelehnt, überhaupt irgendwelche Öffnungsklauseln zu vereinbaren", erklärte Aigner.ver.di-Verhandlungsführer Hubert Thiermeyer warf den Arbeitgebern vor, die Beschäftigten noch einmal zur Kasse bitten zu wollen. "Wir sind entschlossen, uns unseren Tarifvertrag, der die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen im Einzelhandel absichert, nicht kaputt machen zu lassen", betonte er.Die Gewerkschaft ver.di fordert 80 Euro mehr Geld pro Monat und ein Mindesteinkommen von 1500 Euro bei Vollzeitbeschäftigung. Die Arbeitgeber wollen flexiblere Arbeitszeiten sowie das Weihnachts- und Urlaubsgeld an den wirtschaftlichen Erfolg koppeln.

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