Tarifverhandlungen für Lokführer vertagt

Frankfurt/Main - Die Tarifverhandlungen für rund 20 000 Lokführer in Deutschland kommen nur langsam voran. Beide Verhandlungspartner einigten sich au den 13. September als nächsten Verhandlungstermin.

Im Mittelpunkt der vierten Runde in Frankfurt stand am Wochenende vor allem die Frage, unter welchen Bedingungen Lokführer weiterbeschäftigt werden, wenn eine Strecke nach einer Ausschreibung den Betreiber wechselt, wie die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und die Deutsche Bahn mitteilten.

Nach Angaben der Gewerkschaft legten die Arbeitgeber zwar am Samstag erstmals ein schriftliches Angebot zu diesem Punkt vor. Allerdings sei dies noch völlig unzureichend. Beide Seiten hätten nun zwei weitere Sondierungsverhandlungen und ein Spitzentreffen für den 13. September vereinbart. "Allerdings ist unsere Geduld nach vier Verhandlungen und ebenso vielen Sondierungen nicht endlos. Wir erwarten Ergebnisse", sagte GDL-Chef Claus Weselsky.

Die GDL hat einen einheitlichen Flächentarifvertrag für alle rund 20 000 Lokführer in Deutschland als zentrales Verhandlungsziel ausgerufen. Daneben fordert sie Entgeltsteigerungen um fünf Prozent. In der kommenden Woche verhandelt die Gewerkschaft erstmals offiziell mit Vertretern von fünf großen Privatbahnen. Parallel laufen zudem Verhandlungen der beiden anderen Bahngewerkschaften Transnet und GDBA für die übrigen Bahnbeschäftigten.

Die großen Konkurrenten der Deutschen Bahn wollen in den ersten koordinierten Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften eigene Vorschläge präsentieren. "Unser Ziel ist, einen gemeinsamen Tarifvertrag abzuschließen, der alle Berufsbilder erfasst", sagte ein Sprecher der Benex-Holding der Hamburger Hochbahn der dpa. Der Vertrag solle für gut 10 000 Beschäftigte der fünf Unternehmen Benex, Abellio, Arriva, Keolis Deutschland und Veolia Verkehr ausgehandelt werden, die sich für die Tarifgespräche zusammengetan haben.

Einem bundeseinheitlichen Mindestlohn erteilte die GDL am Wochenende eine Absage. "Wir reden nicht über Mindestlöhne", sagte Weselsky der "Sächsischen Zeitung" (Samstag). Es brauche den Mindestlohn nur, wo die Gewerkschaft den Markt nicht selbst regulieren könne. Die Lokführer seien aber zu 75 Prozent organisiert und müssten nicht mit dem Minimum zufrieden sein.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Brüssel prüft Monsanto-Übernahme durch Bayer genauer
Die EU-Kommission will die Risiken des Zusammenschlusses für den Wettbewerb in der Agrarchemie genauer unter die Lupe nehmen. Bayer reagiert darauf gelassen. Der Konzern …
Brüssel prüft Monsanto-Übernahme durch Bayer genauer
Rheintalbahn soll am 7. Oktober wieder freigegeben werden
Alles dauert viel länger als zunächst gedacht. Erst am 7. Oktober sollen wieder Züge auf der europäischen Hauptachse Rheintalbahn fahren. Bis dahin muss das Notkonzept …
Rheintalbahn soll am 7. Oktober wieder freigegeben werden
Merkel will Spiele-Entwickler mit mehr Geld fördern
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei der Eröffnung der Computerspielemesse Gamescom der Branche eine stärkere staatliche Förderung in Aussicht gestellt.
Merkel will Spiele-Entwickler mit mehr Geld fördern
Bei mehr als 60 Euro Gebühren fürs Konto die Notbremse ziehen
Die Experten von Finanztest nahmen 231 Gehalts- und Girokonten von 104 Banken unter die Lupe. Einige Geldinstitute zocken bei den Gebühren so richtig ab. Dann ist die …
Bei mehr als 60 Euro Gebühren fürs Konto die Notbremse ziehen

Kommentare