Tatort PC: Wie Eltern ihre Kinder im Internet schützen können

- Das World Wide Web bietet unbegrenzte Möglichkeiten. Gleichzeitig drohen dort Gefahren ­ besonders für Kinder und Jugendliche. Das Problem: Was das technische Wissen betrifft, sind die Kleinen ihren Eltern meist meilenweit voraus. Das macht es Erwachsenen schwer, zu überblicken, was der Nachwuchs im Internet so alles treibt, und gegebenenfalls schützend einzugreifen.

Die Innenministerkonferenz hat jetzt gemeinsam mit Polizei und Telekom eine Aktion auf den Weg gebracht, um diesem Elterdefizit in Sachen Internet-Sicherheit beizukommen. "Kinder sicher im Netz" heißt die Initiative. Unter www.polizei-beratung.de werden die verschiedenen Risiken, die der Internetgebrauch für Kinder und Jugendliche beinhaltet, dargestellt. Gleichzeitig bietet der Internetauftritt Ratschläge und Verhaltenstipps für Eltern.

Gefahren beim Chatte

"Chatten" bedeutet so viel wie "Plaudern im Internet". Zahlreiche Seiten im Netz bieten sogenannte "Chatrooms" in denen anonym, mit anderen Teilnehmern über die verschiedensten Themen geplaudert werden kann. Dass kann völlig harmlos sein. Mitunter kann es aber in solchen Chatrooms zu problematischen und sogar gefährlichen Kontakten kommen. Zum Beispiel wenn erwachsene, möglicherweise pädophile Nutzer den Kontakt zu Kindern und Jugendlichen suchen. Überaus riskant ist es für Minderjährige, wenn sie sich mit den in der Regel sehr viel älteren männlichen Chat-Partnern im realen Leben treffen.

Problematische Inhalte

Jeder kann heutzutage eigene Internet-Seiten erstellen und beliebige Inhalte im Netz präsentieren. Zwar beschäftigt die Polizei so genannte "Cyber-Cops", die ausschließlich damit beschäftigt sind, das World Wide Web nach gefährlichen und verbotenen Inhalten zu durchkämmen. Bei 74 Millionen Webseiten weltweit ist ein umfassender Schutz jedoch nicht möglich. Deshalb können Kinder mit ein paar Klicks leicht an problematische Inhalte, wie Gewaltvideos, Pornographie oder extremistisches Gedankengut gelangen. Besonders bedenklich sind so genannte "Snuff-Videos". Der Begriff "Snuff" leitet sich vom englischen "to snuff out", eine Kerze "ausblasen", ein Leben "auslöschen" ab. In diesen Filmen werden teilweise reale, sehr brutale und menschenverachtende Gewalttaten, Folterungen und Hinrichtungen festgehalten.

So surfen Sie sicher

Nur wer sich selbst im Internet auskennt, kann seine Kinder vor solchen Gefahren schützen. Die Initiative "Kinder sicher im Netz" zeigt auf, wie sich Eltern gemeinsam mit ihren Kindern die nötige "Medienkompetenz" aneignen können, um von den positiven Aspekten des Internetgebrauchs gefahrlos profitieren zu können. An erster Stelle steht das Interesse der Eltern am Tun ihrer Kinder.

- Sehen Sie sich gemeinsam mit Ihren Kindern deren Lieblingsseiten und Chatrooms an und fragen Sie nach, welche Erfahrungen die Kinder im Internet gemacht haben. Zeigen Sie die Bereitschaft, von Ihrem Kind etwas zu lernen.

- Sprechen Sie mit Ihrem Kind über mögliche Gefahren im Internet.

- Vereinbaren Sie zeitliche und inhaltliche Regeln für die Internetnutzung. An erster Stelle steht: Ihr Kind sollte wissen, welche Informationen es im Internet preisgeben darf und welche nicht. Vereinbaren Sie auch, dass ein Treffen mit einem unbekannten Chatpartner nur in Ihrem Beisein statt finden darf.

- Ebenso wichtig ist, dem Kind zu vermitteln, dass nicht alle Inhalte im Internet der Wahrheit entsprechen müssen. Suchen Sie gemeinsam nach Möglichkeiten Inhalte auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

- Benutzen Sie spezielle Filterprogramme zur Kindersicherheit im Internet. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, Seiten mit fragwürdigen Inhalten zu sperren.

- Melden Sie verdächtige Inhalte den Behörden.

Die Initiative "Kinder sicher im Netz" finden Sie unter www.polizei-beratung.de.

Inhaltlich gut für Kinder geeignete Seiten finden Sie unter www.dji.de (Rubrik: Datenbanken).

Filterprogramm zur Kindersicherheit können Sie unter www.service.t-online.de (Rubrik: Sicherheitsprodukte) kostenlos herunterladen.

Fragwürdige Inhalte können Sie unter www.jugendschutz.net melden.

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