Tauziehen um deutschen Einfluss bei EADS

Berlin - Die Bundesregierung will laut “Spiegel“ bei einem möglichen Teilausstieg von Daimler aus dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS den deutschen Einfluss sichern.

Einem Bericht des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel“ zufolge ist sogar eine staatliche Verkaufsprämie für Elektroautos im Gespräch, sollte Daimler im Gegenzug auf seine Anteils-Verkaufspläne verzichten. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums bestätigte den Bericht nicht. Sie verwies darauf, dass Minister Rainer Brüderle (FDP) sich wiederholt gegen Verkaufsprämien für Elektroautos ausgesprochen habe.

Der Bund fördert Forschung und Entwicklung der Elektromobilität bereits mit einer halben Milliarde Euro. Wie der “Spiegel“ schreibt, prüft die Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU), wie sie den Automobilkonzern bewegen könne, doch seine EADS-Anteile zu halten. Dabei verweist das Blatt auf Forderungen von Daimler-Chef Dieter Zetsche nach einem Förderprogramm, um den Verkauf der Elektromobile anzukurbeln. Der Autobauer wollte sich nicht zu Gesprächen wegen der EADS-Anteile äußern.

Zuvor hatte die “Financial Times“ berichtet, Daimler habe der Bundesregierung die Hälfte seines 15-Prozent-Anteils an EADS zum Kauf angeboten.

An diesem Mittwoch ist ein Spitzengespräch der Bundesregierung zur künftigen Aktionärsstruktur beim Flugzeug- und Rüstungskonzern EADS geplant. Das weitere Vorgehen sei in der Regierung umstritten. Nach Informationen der “WirtschaftsWoche“ arbeitet EADS mit seinen Hauptaktionären an der Einführung einer sogenannten Goldenen Aktie. Damit wolle die EADS-Führung den Hauptaktionären Lagardère und Daimler sowie auch den Regierungen von Frankreich und Deutschland ein besonderes Stimmrecht in strategischen Fragen bei EADS einräumen. Ein EADS-Konzernsprecher wollte sich dazu nicht äußern. Auch die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums bestätigte den Bericht nicht.

Daimler und der französische Staat sind derzeit mit je 15 Prozent an dem Konzern beteiligt, die französische Lagardère-Gruppe und ein deutsches Bankenkonsortium halten jeweils rund 7,5 Prozent. Für den Anteil der deutschen Bankengruppe liegen die Stimmrechte bei Daimler. Vertraglich sind die Schwaben bis 2012 gebunden.

dpa

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