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Haben die Nase voll: Taxifahrer blockieren eine Straße in Hamborg.

Proteste in ganz Europa

Taxi-App: Darum demonstrieren tausende Fahrer

Europas Taxifahrer lassen sich die Internet-Konkurrenz nicht mehr länger gefallen. "Rechtswidrig" nennen sie die Taxi Apps - und gehen auf die Straße. Online-Anbieter Uber weist die Kritik zurück.

Tausende Taxifahrer haben in mehreren europäischen Großstädten gegen neue Konkurrenz aus dem Internet demonstriert. In Berlin beteiligten sich nach Polizeiangaben 450 Fahrer mit ihren Wagen an einer Sternfahrt zum Olympiastadion. Der Protest richtete sich gegen Unternehmen wie Uber aus den USA, die mittels Handy-Apps Fahrer anbieten. Damit würden die Regeln der Branche unterlaufen, kritisiert das Taxigewerbe.

In Paris blockierten mehrere Hundert Taxifahrer kurzzeitig den Verkehr an den internationalen Flughäfen Charles de Gaulle und Orly. Dann rollten sie im Schneckentempo Richtung Innenstadt. In Madrid streikten fast alle Taxifahrer den ganzen Tag. Auch am Flughafen war kein einzigen Taxi aufzutreiben. Protestfahrten mit kleineren Verkehrsbehinderungen gab es unter anderem auch in Hamburg, Barcelona und einigen italienischen Städten. Die Auswirkungen in der deutschen Hauptstadt blieben ebenfalls gering. In London wollten am Nachmittag Tausende Taxifahrer langsam durch das Zentrum fahren.

Bilder von den Taxi-Demos in ganz Europa

Bilder von Taxi-Demos

„Die Taxifahrer gehen auf die Straße, weil hier eine rechtswidrige Form der Beförderung stattfindet und das den Wettbewerb verzerrt“, sagte Michael Müller vom Deutschen Taxi- und Mietwagenverband in Berlin. Private Fahrer seien oft nicht für die Beförderung versichert, absolvierten keine regelmäßigen Gesundheitschecks, ihre Ausbildung und der technische Zustand des Autos würden nicht geprüft.

Den Taxi- und Limousinendienst Uber gibt es schon seit 2009. Das besondere an dem Geschäftsmodell ist, dass der gesamte Service-Vorgang von der Wagen-Bestellung bis zur Bezahlung per Smartphone-App abgewickelt wird.

Konzentrierte sich die von dem Geschäftsmann Travis Kalanick geführte US-Firma zunächst darauf, Kunden von Profifahrern in Mittel- und Oberklassewagen durch Städte chauffieren zu lassen, expandiert sie seit einiger Zeit in ein neues Segment: Über die Dienste UberPop und UberX sollen "normale Menschen" ihre privaten Autos nebenbei für Taxifahrten anbieten.

Hinter Uber stehen große Start-Up-Finanziers wie Menlo Ventures, First Round Capital, Google Ventures und die US-Bank Goldman Sachs. Mit seiner Geschäftsidee ist das nach eigenen Angaben inzwischen in 37 Ländern aktive Unternehmen keineswegs allein. Es gibt diverse Mitbewerber, etwa Lyft oder Wundercar aus Deutschland. Uber stößt vielerorts auf den Widerstand etablierter Taxiunternehmen und -verbände, auch in den USA.

Das Unternehmen Uber wies das zurück. Man biete eine zusätzliche Möglichkeit zur Fortbewegung an, sagte Patrick Studener, der für die Expansion des Dienstes in Europa zuständig ist. Auch die Uber-Fahrer müssten verschiedene Überprüfungen durchlaufen, bevor sie für die App zugelassen werden. Führerschein, Versicherung und polizeiliches Führungszeugnis würden geprüft, sagte Studener am Mittwoch. In Berlin begann der Limousinenservice vor eineinhalb Jahren.

dpa/ afp

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