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Fahrverbote für Dieselfahrzeuge könnten viele Taxi-Unternehmer hart treffen. Foto: Andreas Gebert/Symbolbild

Fahrverbote drohen

Taxibranche will Unterstützung nach Diesel-Urteil

Fahrverbote für Dieselfahrzeuge könnten viele Taxi-Unternehmer und Spediteure hart treffen. Sie fordern Ausnahmen und erwägen den Umstieg auf Elektro-Autos. Doch das ist nicht so einfach.

Berlin (dpa) - Mögliche Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Städten verunsichern Logistikbranche und Taxigewerbe. "Es gab keinen Alarm in der Szene, aber man ist aufgeschreckt", sagte Frank Huster vom Deutschen Speditions- und Logistikverband (DSLV).

Im Fall von Fahrverboten seien Ausnahmeregelungen für das Gewerbe notwendig. "Die Städte sollten Augenmaß anlegen. Unsere größte Sorge ist, dass es zu einem pauschalen Verbot kommt", erklärte Huster.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte Ende Februar entschieden, dass Städte grundsätzlich Fahrverbote für Diesel-Autos verhängen dürfen, um gegen schmutzige Luft vorzugehen. Allerdings seien solche Verbote das letzte Mittel und die Verhältnismäßigkeit müsse gewahrt bleiben.

Auf das Urteil reagierte auch die Taxibranche mit Sorge. "Mobilität für alle kann nun in den Innenstädten auf der Kippe stehen", sagte Michael Müller vom Deutschen Taxi- und Mietwagenverband BZP. Das liege aber auch daran, dass der Umstieg auf Elektrofahrzeuge noch zu schwierig sei. Einerseits müsse die Autoindustrie bezahlbare Umstiegsoptionen bieten, andererseits seien Kommunen gefragt, flächendeckend Ladestationen zu ermöglichen. "Wir wollen unsere Dienstleistungen mit einer möglichst umweltfreundlichen Fahrzeugflotte erbringen. Unser Ziel ist das emissionsfreie Taxi", so Müller.

Dass mehr Elektromobilität vor Fahrverboten schützen kann, haben die Paketdienstleister bereits erkannt. Die Deutsche Post DHL ließ eigene Elektro-Kleintransporter mit dem Namen Streetscooter entwickeln. 5500 Stück sind nach Konzernangaben schon im Einsatz. Und auch Konkurrent Hermes hat klare Ziele: Bis zum Jahr 2020 sollen 1500 E-Transporter in Betrieb gehen. Bis 2025 wolle man in allen deutschen Großstädten emissionsfrei unterwegs sein, sagte eine Sprecherin.

Dafür fordern die Paketdienstleiter unbürokratische Hilfe von den Städten. "Es zeigt sich, dass die Anforderungen und Möglichkeiten zwischen den Kommunen sehr unterschiedlich sind", sagte die Hermes-Sprecherin. "Die Herausforderungen lassen sich dort deutlich besser bewältigen, wo es einen zentralen Ansprechpartner für die City-Logistik gibt." Städte könnten die Paketauslieferung unterstützen, indem sie Lieferzonen einrichteten, intelligente Verkehrsleitsysteme entwickelten oder Flächen für Mikro-Depos, also kleine Paketzwischenlager, bereitstellten.

Während Taxigewerbe und Logistikbranche an neuen Konzepten arbeiten, sehen die Mietwagenfirmen keinen Handlungsbedarf nach der Diesel-Entscheidung. "Wir denken nicht, dass das Urteil einen großen Einfluss auf unser Geschäftsmodell haben wird. In unserer PKW-Flotte nehmen Dieselfahrzeuge schon heute einen sehr geringen Anteil ein", sagte Stefan Meininghaus vom Autovermieter Buchbinder. Das Unternehmen setze stattdessen auf Benzinmotoren. Die Konkurrenten Hertz und Sixt planen zwar weiter den Einsatz von Dieselfahrzeugen, mitteilten, ihre Autos entsprächen jedoch den neuesten Abgasnormen.

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