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Guten Umsatz machen die Taxifahrer, die sich auf den Bedarf einstellen, sagt der Münchner Taxichef Michael Müller.

Kann man davon leben?

Taxler fahren oft nur Mindestlohn ein

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Taxifahren ist bequem - für die Kunden. Für die Fahrer ist es oft ein anstrengender Job. Und den meisten ist noch nicht einmal eine ordentliche Bezahlung sicher.

München - 39.000 Taxifahrer kutschieren bundesweit Kunden von A nach B. Reich werden sie dadurch nicht, im Gegenteil. Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) von 2015, von der Linken-Fraktion im Bundestag angefordert, zeigen, dass im Jahr 2015 neun von zehn Vollzeitbeschäftigten der Branche 87,7 Prozent weniger als die Niedriglohnschwelle von 2056 Euro brutto im Monat verdienten. Bei der Hälfte der Fahrer waren es gar 1503 Euro brutto oder weniger. Neuere Daten dazu liegen nicht vor.

Als 2015 der Mindestlohn von 8,50 Euro in Deutschland eingeführt wurde, erhöhten sich die Kosten für eine Taxifahrt laut Bundesbank um 5,2 Prozent. Seit 2017 liegt der Mindestlohn bei 8,84 Euro. 10,5 Prozent der Taxifahrer bezogen zusätzlich zu ihrem Einkommen Hartz IV als aufstockende Leistung. Über alle Branchen hinweg waren es nur 0,8 Prozent Aufstocker. Das hr-Magazin defacto berichtete letzten Herbst, dass Unterbietung der Mindestlohnschwelle in dem Gewerbe üblich sei – etwa mit Hilfe falscher Stundenzettel.

Mindestlohn „in großen Teilen“ umgesetzt

Michael Müller, Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands, betont, der Mindestlohn sei „in großen Teilen“ umgesetzt. Allerdings zeigt eine Bezahlung nach Mindestlohn auch nicht „der Kracher“, räumte er ein. Frank Kuhle, Chef der Genossenschaft der Münchner Taxi Unternehmen (Taxi München eG), glaubt nicht, dass Taxler in München für den Mindestlohn arbeiten müssen. Die Fahrer seien am Umsatz beteiligt, bei den 1600 Münchner Taxibetrieben mit einem Prozentsatz von 38 bis 50 Prozent. „Ein ordentlicher Fahrer mit einer Wochenarbeitszeit von ca. 40 Stunden kann auf 2000 bis 3000 Euro brutto kommen,“ sagte er zur tz. „Wer sich um sein Geschäft bemüht“, also an Tagen und zu Tages- oder Nachtzeiten unterwegs ist, zu denen Bedarf herrscht, könne davon schon leben. 85 Prozent der Münchner Fahrer sind vollzeitbeschäftigt.

Für die Taxihauptstadt Berlin mit ihren knapp 8000 Taxis hatte 2016 eine Studie für den Berliner Senat alarmierende Befunde gebracht: Viele Betriebe hinterzögen Steuern und Sozialabgaben. „Nur noch knapp jedes vierte Berliner Taxi wird in einem Betrieb eingesetzt, der noch als betriebswirtschaftlich plausibel betrachtet werden kann“, so die Autoren des Marketing-Forschungsunternehmen Linne + Krause. Im Wettbewerb um Fahrer hätten jene Unternehmer die Nase vorn, die ihnen Schwarzeinnahmen und staatliche Sozialleistungen verschafften.

Berlin sei aber ein Sonderfall, wendet Müller ein: Außer dort und und in Hamburg sei der Taximarkt überall kontingentiert, also das Angebot begrenzt. Anders als in Hamburg werde die Branche in Berlin aber kaum kontrolliert.

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