Tchibo will gesetzliche Krankenversicherungen verkaufen

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Frankfurt (dpa) - Der Handels- und Kaffeekonzern Tchibo steigt in den Handel mit gesetzlichen Krankenversicherungen ein. Noch im September bietet Tchibo die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Direktkrankenkasse BIG an.

"Wir bieten den Kunden mit dem Angebot eine günstigere Alternative", sagte ein Tchibo-Sprecher der "Financial Times Deutschland" (Freitagausgabe). Unklar ist, ob Tchibo das auch darf.

Mit der Kooperation könnte der Markt für gesetzliche Krankenkassen in Bewegung geraten. Die Direktkasse BIG gehört mit ihren rund 235.000 Mitgliedern zwar zu den Kleineren der Branche. Wegen ihrer günstigen Beitragssätze - bei der BIG liegt er bei 12,5 Prozent - sind diese Anbieter in den vergangenen Jahren aber überdurchschnittlich stark gewachsen, während Marktführer wie Barmer, DAK oder die AOK Mitglieder verloren haben.

Das Versicherungsangebot von Tchibo wird eine Woche in den Filialen beworben und ist insgesamt sechs Wochen online abrufbar. Kunden haben bis Jahresende Zeit, den Kassenwechsel zu vollziehen. Wer sich dafür entscheidet, erhält zudem kostenlos eine Auslandskrankenversicherung von Signal Iduna. In der BIG-Zentrale in Dortmund sieht man den Vorstoß pragmatisch: "Wir kooperieren mit Tchibo, weil es dem Unternehmen gelingt, aus spröden Themen wie der gesetzlichen Krankenversicherung eine populäre Angelegenheit zu machen", sagte eine Sprecherin.

Ein Branchenkenner prophezeit der Kooperation allerdings eine kurze Lebensdauer. Sollte BIG Tchibo Prämien für den Vertrieb in den Filialen gezahlt haben, wäre dies gesetzeswidrig und ein Fall fürs Bundesversicherungsamt.

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