Börsengang des Softwareherstellers Teamviewer
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Oliver Steil, Vorstandsvorsitzender von Teamviewer, verdiente 2020 über 71 Millionen Euro

Top-Verdiener

71 Millionen Euro Jahresgehalt: Dieser Sonnyboy lässt Dax-Vorstände alt aussehen

  • Markus Hofstetter
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Teamviewer-Chef Oliver Steil verdiente 2020 über 71 Millionen Euro. Der Geldregen könnte Ende dieses Jahres weitergehen.

Göppingen - Diese Zeilen haben es in sich: Wer auf Seite 90 des Geschäftsberichts der Teamviewer AG blättert, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Hier findet sich die Höhe der Gehälter der beiden Vorstände des im Prime Standard notierten Anbieters von Fernwartungslösungen. Insgesamt kommt der Vorstandsvorsitzende Oliver Steil für 2020 auf ein Gehalt von fast 71,7 Millionen Euro, Finanzvorstand Stefan Gaiser immerhin noch auf knapp über 36 Millionen Euro. Im Jahr zuvor waren es bereits 41,3 beziehungsweise 20,8 Millionen Euro. Bei Steil entspräche dies einem Tagesgehalt von über 190.000 Euro.

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Teamviewer-Chef mit Mega-Gehalt: Mehr als die Dax-Bosse

Damit lassen die beiden Teamviewer-Chefs alle Dax-Vorstände weit hinter sich. Frank Appel, der Chef der Deutschen Post, kommt auf zehn Millionen Euro. Bei Siemens-CEO Joe Kaeser sind es 9,3 Millionen Euro, bei Merck-Chef Stefan Oschmann neun Millionen Euro.

Die Manager mussten im vergangenen Jahr teilweise Rückgänge beim Gehalt hinnehmen. Laut der Frankfurter Vergütungsberatung HKP sind die Bezüge der Dax-Vorstände 2020 im Schnitt um 28 Prozent auf 5,3 Millionen Euro gesunken. Ursache ist die Corona-Pandemie, die die seit Jahren steigenden Bezüge gestoppt hat. Während die Grundgehälter konstant blieben, sind die variablen Bestandteile aufgrund sinkender Gewinne eingebrochen.

Teamviewer-Chef mit Mega-Gehalt: 2021 könnte es einen satten Nachschlag geben

Ein genauerer Blick auf die Zahlen verrät die Ursache für die Unwucht. Teamviewer-Chef Steilmann erhält mit 900.000 Euro ein im Vergleich zu den Dax-Vorständen geringeres Festgehalt - dafür aber satte Boni. Im Geschäftsbericht sind „Leistungen Dritter“ in Höhe von über 70,1 Millionen Euro angeben. Diese Leistungen beziehen sich auf eine Vereinbarung mit dem Alteigentümer Permira, der mit dem Börsengang von Teamviewer vor zwei Jahren einen Milliardengewinn verbucht hatte. Darin wurde zwischen dem damaligen Eigner und den beiden Vorständen eine Teilhabe an der Wertsteigerung des Unternehmens vereinbart.

Werden bestimmte Ziele erreicht oder sogar übererfüllt, wird eine Belohnung fällig. Da dies im vergangenen Jahr, wie auch schon 2019, der Fall war, erhielt Steilmann laut dem Geschäftsbericht am 1. Dezember 2020 genau 1.765.971 Aktien zu dem damaligen Durchschnittkurs von 39,73 EUR je Aktie. Bei Gaiser, dessen Grundgehalt sich auf 550.000 Euro beläuft, waren es immerhin noch 884.778 Aktien.

Und es könnte so weiter gehen. Im Geschäftsbericht heißt es auf Seite 59: „Die zweite noch ausstehende Aktienzuteilung in identischer Höhe wird voraussichtlich im vierten Quartal 2021 erfolgen, sofern bestimmte vertraglich definierte Ausschlussgründe einer Gewährung nicht entgegenstehen.“ Damit steht den beiden Manager ein weiterer Geldregen bevor. Denn die Geschäfte laufen gut. Steil sagte dem Onlinemagazin Businessinsider, dass bis Ende März auf weltweit über 2,25 Milliarden Geräten Softwarelösungen von Teamviewer installiert waren.  

Rekordhalter Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking

Der bestbezahlte Manager in Deutschland ist bislang Wendelin Wiedeking. Im Geschäftsjahr 2007/2008 verdiente der damalige Porsche-Chef im Zuge der Übernahmeschlacht mit Volkswagen 100,6 Millionen Euro. Das Gehalt enthielt eine Gewinnbeteiligung in Höhe von 98 Millionen Euro.

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